Irgendwie scheint Karl-Heinz Rummenigge das Champions League-Aus seiner Bayern in Madrid nicht verkraftet zu haben.

BVB - Schleuderpreise auf brachliegendem Transfermarkt

raka
19. März 2004, 15:12 Uhr

Irgendwie scheint Karl-Heinz Rummenigge das Champions League-Aus seiner Bayern in Madrid nicht verkraftet zu haben.

Irgendwie scheint Karl-Heinz Rummenigge das Champions League-Aus seiner Bayern in Madrid nicht verkraftet zu haben. Der Vorstandsvorsitzende der Münchner schießt plötzlich aus allen Rohren und hat offenbar die Ziele und vor allem die Contenance aus den Augen verloren.

Gegen Real schickte die UEFA seiner Auffassung nach einen "drittklassigen Schweizer" als Schiedsrichter, Leonardo Dede soll seinen Gehaltsscheck gefälligst in Katar und nicht bei den über allem thronenden Rekordmeister abholen. Und überhaupt: "So einen Spieler wie Dede braucht der FC Bayern nicht." Aber schmunzeln kann das einstige Rotbäckchen noch, sogar so intensiv, dass man sich um seine Gesundheit sorgen muss. "Wenn ich lese, dass die Dortmunder 50 Millionen Euro für ihre Spieler erzielen wollen, dann lache ich mich tot", verkündete der Ex-Nationalspieler in Anspielung auf angestrebte Transfererlöse des BVB im "Kicker".

Zunächst einmal haben die Borussen-Verantwortlichen die Summe nie in den Raum geworfen, da hat der gute "Kalle" wohl spekuliert und hätte das in etwas angemessenerer Form tun können, meint zum Beispiel BVB-Coach Matthias Sammer: "Der deutsche Fußball gibt im Moment kein gutes Bild ab, deshalb sollten diejenigen, die ihn vertreten, respektvoller miteinander umgehen. Wir sollten unser Produkt nicht der Lächerlichkeit preisgeben." Da kann man nicht widersprechen. Allerdings hat Rummenigge in der Sache selbst den Kern der Wahrheit erwischt und auf den brachliegenden Transfermarkt hingewiesen.

Ablösesummen in nennenswerter Höhe sind kaum noch zu erzielen, Angebote für BVB-Kicker in der jüngsten Vergangenheit erwiesen sich in den Fällen Torsten Frings, Tomas Rosicky oder Leonardo Dede als Seifenblasen. Der Ex-Bremer Frings: "Ich habe ein Gespräche mit Michael Meier geführt, er hat mir gesagt, dass ich nicht zum Verkauf stehe." Kurz darauf fügt er hinzu: "Ich weiß nicht, was passiert. Hier passiert jeden Tag etwas."

Was denn, viel oder gar nichts? Bereits vor knapp zwei Wochen wies RevierSport exklusiv auf einen möglichen Lizenzentzug durch die DFL hin. Auf jeden Fall benötigen die Dortmunder neue, flüssige Mittel. Wenn nicht durch Spielerverkäufe, dann aus anderen Quellen. Eine davon ruht auf den BVB-Konten selbst und zwar rund 50 Millionen Euro. Die sollen sich in den kommenden 13 Jahren so verzinsen, dass die Dortmunder dann ihr Stadion von dem Investmentunternehmen "Molsiris" für ca. 75 Millionen Euro zurückkaufen können. Sollte mit der Düsseldorfer Tochter der Commerzbank bereits jetzt eine Einigung getroffen werden können, dass das Westfalenstadion nicht zurückerworben, sondern weiter geleast werden kann, wären die größten Liquiditätsprobleme zunächst einmal behoben, da dann über die besagten 50 Millionen Euro frei verfügt werden kann.

Damit wäre die Führungsetage nicht von der Pflicht entbunden, den Verein mit einer rigorosen Sparpolitik wieder in ein finanziell ruhigeres Fahrwasser zu führen, so dass spätere Veraußerungen nicht ausgeschlossen sind, diese müssten aber nicht als Notverkäufe zu Schleuderpreisen vorgenommen werden. Die Gehaltsliste wird ohnehin kürzer ausfallen, da neben Billy Reina, Sunday Oliseh auch Flavio Conceicao (zurück nach Madrid) und Stefan Reuter (beendet wahrscheinlich seine Karriere) gestrichen werden können.

Autor: raka

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