An manchen Tagen passt einfach alles zusammen. Der Samstag war einer dieser Tage - zumindest für Nuri Sahin.

Eigengewächs mit klarer Perspektive: Sahin malocht sich in der Startelf fest

„Laufen nicht wie die Wilden durch die Gegend“

Matthias Dersch
03. März 2009, 08:35 Uhr

An manchen Tagen passt einfach alles zusammen. Der Samstag war einer dieser Tage - zumindest für Nuri Sahin.

Der 20-Jährige behielt etwas überraschend seinen Platz in der Startelf, weil Jürgen Klopp ihn, und nicht Florian Kringe für die linke Halbposition bevorzugte.

Da passte es ins Bild, dass „Borussia aktuell“, das Dortmunder Vereinsmagazin, ausgerechnet Sahin als Titelstar für die Ausgabe zum Heimspiel gegen Hoffenheim ausgewählt hatte. „Borussia, mein Verein“, verkündete der 20-Jährige dort, und zeigte anschließend, was er damit meinte.

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Dank seines guten Auges und seiner feinen Technik ließ er die Hoffenheimer Flügelspieler ein ums andere Mal im sprichwörtlichen Regen stehen und bildete gemeinsam mit Tamas Hajnal die Keimzelle eines jeden Dortmunder Angriffs. Doch nicht nur in der Offensive wusste der Türke zu gefallen, auch defensiv sammelte er Fleißkärtchen.

„Es täuscht nicht, dass ich körperlich im Moment sehr stark bin“, bestätigte der bislang jüngste Bundesligatorschütze selbstsicher den Eindruck, fitter zu sein als noch im Sommer, als er aus Rotterdam zum BVB zurückkehrte.

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Die körperliche Fitness flog dem Mittelfeld-Allrounder jedoch nicht zu, sie ist hart erarbeitet. Mit Borussias Fitnesstrainer Oliver Bartlett und seinem Assistenten Florian Wangler arbeitet Sahin seit Wochen nebenbei an seinen Ausdauerwerten. Eine harte Schufterei, die sich mittlerweile spürbar auszahlt.

„Ich möchte den beiden deshalb auch meinen Dank aussprechen“, gab er das Kompliment, als „Spieler des Spiels“ ausgezeichnet zu werden, umgehend an seine „Schattenmänner“ weiter, bevor er detaillierte auf die Zusatzschichten zu sprechen kam: „Wir laufen jetzt nicht wie die Wilden durch die Gegend, sondern arbeiten viel im Kraftraum. Ich denke, das tut mir sehr gut.“

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Gegen Hoffenheim kamen zu der guten Form und der verbesserten körperlichen Verfassung zusätzliche Prozent durch Revanchegelüste zusammen. Beim 1:4 im Hinspiel stand Sahin glücklos auf dem Feld und musste miterleben, wie sein Team demontiert wurde.

Schon damals nahm er sich vor, nie wieder so aufzutreten: „Ich kannte Hoffenheim damals gar nicht. Dann kamen wir dorthin und wurden vorgeführt. Es war ein Desaster für uns. Daran hat uns auch Jürgen Klopp erinnert. Wir hatten eine Rechnung offen und mussten Gas geben. Ich denke, das haben wir getan.“

Mit dem couragierten Auftritt konnte zwar wieder kein Sieg errungen werden, doch wie seine Kollegen versuchte auch der gebürtige Sauerländer, die positiven Aspekte aus der Partie herauszuziehen: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder das abrufen, was wir können. Gestern ist es uns gelungen. Jetzt müssen nur noch Tore dazukommen.“ Am besten schon am Samstag in Stuttgart.

Autor: Matthias Dersch

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