Der wegen Korruption festgenommene Präsident des TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser senior, bleibt vorerst in Haft. Wildmoser-Anwalt Steffen Ufer konnte über die Dauer der Inhaftierung jedoch keine Angaben machen.

Wildmoser bleibt für ungewisse Zeit in Haft

10. März 2004, 13:25 Uhr

Der wegen Korruption festgenommene Präsident des TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser senior, bleibt vorerst in Haft. Wildmoser-Anwalt Steffen Ufer konnte über die Dauer der Inhaftierung jedoch keine Angaben machen.

Karl-Heinz Wildmoser senior bleibt hinter Gittern. Wildmoser, der wegen Korruption verdächtig ist, bleibt vorerst auf ungewisse Zeit in Haft. Steffen Ufer, Anwalt des Präsidenten von 1860 München, konnte keine Angaben über die Dauer der Inhaftierung machen, dies hänge "von den Aussagen der übrigen Beteiligten ab", sagte der Jurist dem Sport-Informations-Dienst (sid) auf Anfrage. Ufer betonte jedoch, er denke, "dass Herr Wildmoser entlastet wird". Eine Freilassung auf Kaution sei nicht vorgesehen.

Der zunächst im Zusammenhang mit der Bestechungsaffäre um das neue Münchner Fußball-Stadion inhaftierte Volker B. hat mittlerweile ein Geständnis abgelegt und befindet sich wieder auf freiem Fuß. Der Mitbeschuldigte habe auch eingeräumt, dass es "Provisionszahlungen und Scheinrechnungen" gegeben habe, so Ufer zum sid: "Er hat aber auch ausdrücklich gesagt, dass alles getan wurde, um dies vor Herrn Wildmoser senior zu verbergen." Laut dem Geständigen habe Wildmoser senior "nichts gewusst, er hat auch nichts wissen dürfen".

Wildmoser läßt seine Ämter nicht ruhen

Ufer dementierte zudem, dass Wildmoser senior seine Ämter bei 1860 München ruhen lässt. "Er hat angeboten, dass seine Ämter ruhen sollen, damit der Verein keinen Schaden nimmt. Ich habe aber seitens des Vereins gehört, dass man das Angebot gar nicht annimmt."

Verhör von Wildmoser junior geht weiter

"Löwen"-Geschäftsführer Karl-Heinz Wildmoser junior wurde am Donnerstag von den Ermittlungsbehörden weiter verhört. Im Rahmen des Baus des neuen Münchner Fußball-Stadions sollen Vater und Sohn nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Schmiergelder in Höhe von 2,8 Millionen Euro erhalten haben. Die beiden Wildmosers sowie zwei weitere Verdächtige waren am Mittwoch verhaftet worden. Karl-Heinz Wildmoser junior fungierte bislang neben Bayern-Vizepräsident Prof. Fritz Scherer als Geschäftsführer der Münchner Stadion GmbH.

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