Auf diesen Moment hatten alle, die sich den schwarz-gelben Farben des BVB verbunden fühlen, lange gewartet.

192 Tage Leiden sind vorbei: Dede brennt auf sein Comeback

„Ich bin heiß auf die Bundesliga"

Matthias Dersch
26. Februar 2009, 14:30 Uhr

Auf diesen Moment hatten alle, die sich den schwarz-gelben Farben des BVB verbunden fühlen, lange gewartet.

Am Dienstag, genau 192 Tage nach seiner schweren Kreuzbandverletzung aus der Partie in Leverkusen, war es dann soweit: Dede, Dortmunds größter Publikumsliebling, feierte im Test gegen Fortuna Düsseldorf sein 45-minütiges Comeback im Dress der Borussia.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/007/051-7350_preview.jpeg Foto: firo.[/imgbox]
Dass die Partie am Ende mit 1:2 verloren ging und der Linksverteidiger schon nach wenigen Sekunden mitansehen musste, wie sein Gegenspieler Bruno Custos die Düsseldorfer Führung erzielte: geschenkt. Zu groß war die Freude beim 30-Jährigen, dass das mehrfach operierte Knie den Belastungen des ersten Härtetests standhielt.

„Ich habe in der Nacht von Montag auf Dienstag erst um 5 Uhr schlafen können und war nassgeschwitzt, so aufgeregt war ich. Gott sei Dank ist die Angst jetzt weg", verriet der Brasilianer nach der Partie, die zeigte, dass der Außenverteidiger zwar von seinen Fähigkeiten am Ball nichts eingebüßt hat, ihm jedoch naturgemäß noch das nötige Timing fehlt.

Ganz im Gegensatz zur körperlichen Fitness. Dede wirkt drahtiger als noch vor seiner Verletzung und bestätigt: „Ich habe nie so hart trainiert wie in den letzten Monaten. Jeden Tag bin ich gelaufen, habe Sprints gemacht. Ich habe mehr getan, als die Mannschaft."

Umso qualvoller verliefen die letzten Wochen, als sich Dedes Comeback-Termin durch eine Zahn-OP und eine weitere Knie-Operation, bei der eine Klammer entfernt wurde, immer weiter nach hinten verzögerte.

Für einen brasilianischen Kicker zählt nur das Spiel mit dem Ball. Erst recht für Dede, der am Dienstag die Kugel aus der Luft pflückte, als wäre er nie weggewesen.
[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/009/073-9392_preview.jpeg Foto: firo.[/imgbox]
„Die vergangenen Monate waren die schwersten meines Lebens. Deshalb freue ich mich auf die erste Aktion, in der ich 100 Prozent geben kann", scheint der Deutsche Meister von 2002 jede Scheu, sein Knie könnte nicht halten, bereits nach dem ersten Test abgelegt zu haben. Zu groß ist der Drang, das schwärzeste Karriere-Kapitel mit einem strahlenden Comeback zu beenden.

Der Wille, auch am Samstag, im Liga-Spiel gegen Hoffenheim, auf dem Platz zu stehen und seiner Mannschaft zu helfen, schien sich im Kopf des einmaligen brasilianischen Nationalspielers am Dienstag jedenfalls weiter verfestigt zu haben. Jürgen Klopp wird seinem Schützling diesen Gefallen jedoch nicht erweisen.

„Wenn Dede eine richtige Wechseloption ist, dann wird er dabei sein", machte der 41-Jährige seinem Linksverteidiger zwar nach der Düsseldorf-Partie noch Hoffnungen auf einen Bankplatz, betonte zugleich allerdings, ihn nicht nur aus sentimentalen Gründen in den Kader aufzunehmen: „Ich weiß nicht, ob wir dazu die Möglichkeiten haben."

Mittlerweile steht fest: Dede wird am Samstag noch nicht in den Bundesliga-Kader zurückkehren, sondern soll sich zunächst beim Regionalliga-Match der BVB-Amateure gegen die Zweitvertretung von Borussia Mönchengladbach weitere Spielpraxis aneignen.

Der beste Vorbereiter der letzten Saison dürfte die Entscheidung schweren Herzens akzeptiert haben. Er lässt jedoch keinen Zweifel daran, bald wieder dort auflaufen zu wollen, wo er hingehört: „Ich bin heiß auf die Bundesliga."

Autor: Matthias Dersch

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