Fritz Schramma mischt sich in die

Schramma setzt sich vehement für Overath ein

02. März 2004, 13:04 Uhr

Fritz Schramma mischt sich in die "Angelegenheit Wolfgang Overath" ein. Der Oberbürgermeister der Domstadt fordert den Bundesligisten 1. FC Köln auf, alle Kompetenzen in die Hände des Weltmeisters von 1974 zu legen.

Jetzt bekommt der 1. FC Köln Druck von oben. Oberbürgermeister Fritz Schramma hat sich in die Angelegenheiten der abstiegsbedrohten Geißböcke eingeschaltet und Wolfgang Overath stark geredet. Der Verein müsse dem FC-Idol laut Schramma alle Macht übergeben: "Jetzt muss er erst einmal alle Kompetenzen haben. Nicht aus Machtgier, sondern um entscheiden zu können. Er muss ran an die Mannschaft", sagte der erste Bürger im Kölner Stadt-Anzeiger. Schramma weiter: "Wir brauchen Visionen. Wir brauchen jemanden, der Spielern und Fans Perspektiven eröffnet. Für mich ist Overath derjenige, der das schaffen könnte. Mehr als jeder andere. Wenn ein Mann wie Overath dem 1. FC Köln die Hand reicht, dann sollte man sie nehmen. Overaths Bereitschaft, im Verein mitzuhelfen, ist ja eine Liebeserklärung an den Klub."

Schramma will Overath als Präsident

Schramma setzt sich dafür ein, dass der Weltmeister von 1974 zumindest mittelfristig auch das Präsidentenamt bei ersten Bundesliga-Meisters übernimmt, der nach dem 1:3 gegen 1860 München am vergangenen Samstag wohl zum dritten Mal absteigen muss. Der jetzige FC-Boss Albert Caspers will allerdings nicht vorzeitig abtreten, sondern bis zum Ende seiner Amtszeit im November 2005 weitermachen.

"Er (Overath, d.Red.) würde den jetzigen Präsidenten doch entlasten. Gut, der sieht das anders. Aber als Übergangslösung kann man Overath als Stellvertreter einsetzen. Allerdings ist eine Bedingung, dass er die Option hat, Präsident zu werden", erklärte Schramma, der Mitglied des Verwaltungsrates des "Geißbock"-Klubs ist.

"FC-Dino" als Integrationsfigur wichtig

Selbst wenn der Abstieg nicht mehr vermieden werden könne, sei Overath als Integrationsfigur wichtig für den Verein. Schramma: "Ein Wolfgang Overath will immer gewinnen, wenn er antritt. Er steht für Erfolg und Perspektive. Selbst wenn es am Ende für den Klassenerhalt nicht reicht, herrscht wieder Aufbruchstimmung in der Stadt. Im Moment wenden sich die Fans vom FC ab."

Overath hatte sich allerdings am Montag noch nicht entschieden, ob er als neuer starker Mann bei seinem FC eingreifen wird. "Ich habe dem Klub meine Hilfe angeboten. Es geht mir nicht ums Geld. Der FC ist mein Verein und wird es bleiben", hatte Overath in der vergangenen Woche gesagt.

Der einstige Weltklasse-Mittelfeldspieler bestritt für den 1. FC Köln zwischen 1963 und 1977 409 Bundesligaspiele (83 Tore). Der 81-malige Nationalspieler und dreimalige WM-Teilnehmer wurde mit den Rheinländern je zweimal deutscher Meister (1962 und 1964) und DFB-Pokalsieger (1968 und 1977).

Versteckte Kritik an Caspers

In der Bild-Zeitung übte Schramma unterdessen versteckte Kritik an Caspers: "Caspers hat gesagt, er wolle bis 2005 weitermachen, damit Ruhe im Klub herrscht. Aber Ruhe bedeutet auch immer Stagnation. Das hilft uns nicht weiter." Er appellierte an den amtierenden Präsidenten: "Er muss Overath die Hand reichen und dann ein Machtwort im Klub sprechen, damit jeder weiß, dass nun Overath komplett handlungsfähig ist. Es geht nicht um Formalitäten, sondern um den Willen."

Manager Andreas Rettig hatte ein mögliches Engagement der FC-Ikone begrüßt. "Wenn sich Overath in dieser Situation zum 1. FC Köln bekennt, kann das nur positiv sein." Dass Overath ihm möglicherweise weisungsbefugt sein könnte, müsste Rettig akzeptieren. Dieser hatte die Verpflichtung des Schweizer Trainers Marcel Koller, der als Nachfolger von Friedhelm Funkel nicht die sportliche Wende einleiten konnte, vorangetrieben. Auch die in der Winterpause von Rettig und Koller verpflichteten neuen Spieler konnten die Erwartungen bislang nicht erfüllen. Die Kritik am Duo Rettig/Koller hatte sich zuletzt verstärkt.

Auch Löhr, Engels und Glowacz sollen helfen

Der Verwaltungsrat des Klubs hatte Overath nach einer dreistündigen Sitzung am vergangenen Donnerstag ein Angebot zur Mitarbeit unterbreitet. Strittig ist noch, in welcher Funktion Overath eingebunden werden soll. Außerdem wollte der ehemalige Kölner Regisseur die ehemaligen FC-Spieler Hannes Löhr, Jürgen Glowacz und Stephan Engels mit einbinden.

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