VFL: Rettung am 22. Spieltag - das gab's noch nie

G
27. Februar 2004, 11:02 Uhr

Peter Neururer ist lange genug Trainer, um zu wissen, wie man mit überraschenden Erfolgen umgeht. Deshalb zieht er einmal mehr die Notbremse. Vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock hütet sich der Coach tunlichst davor, das Ziel "Internationaler Wettbewerb" in den Mund zu nehmen.

Peter Neururer ist lange genug Trainer, um zu wissen, wie man mit überraschenden Erfolgen umgeht. Deshalb zieht er einmal mehr die Notbremse. Vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock hütet sich der Coach tunlichst davor, das Ziel "Internationaler Wettbewerb" in den Mund zu nehmen. Stattdessen stellt er lapidar fest: "Wenn wir am Samstag Hansa schlagen, haben wir bereits am 22. Spieltag den Klassenerhalt geschafft. Das gab es zuvor in der Erstligageschichte des VfL noch nie." Vielleicht schwingen aber in Neururers Aussagen auch ein wenig die schlechten Erinnerungen mit, die man an Hansa Rostock hat, vor allem an das letzte Heimspiel vor einem Jahr. Neururer: "Nach einer überragenden Leistung haben wir mit 0:1 verloren und sind anschließend von den Fans mit standing ovation verabschiedet worden." Magenschmerzen jedoch bekommt Neururer vor dem aktuellen Hansa-Spiel nicht. Eher ist ein bisschen Vorfreude im Spiel: "Ich habe Vertrauen zu meiner Mannschaft und unseren Fans."

Immerhin geht es gegen Rostock in erster Linie schon gar nicht mehr darum, Platz fünf zu verteidigen, sondern um die Chance, im Falle eines Sieges Bayer Leverkusen von Platz vier zu verdrängen. Neururer: "Ja, wir sind Favorit. Das ist für uns eine neue Situation. Aber ich bin überzeugt, dass wir damit fertig werden."
Schließlich gilt es auch, weiterhin als heimstärkstes Team zu gelten. Neururer: "Sicherlich werden wir bald auch mal wieder ein Gegentor kassieren. Nur bitte erst dann, wenn Rein den Bundesligarekord von Norbert Nigbur geknackt hat."
Was derzeit die Laune des Coaches trüben kann, ist ein Blick in den Ticketshop. Neururer: "Manchmal müsste man hinschmeißen, aber so weit bin ich noch nicht. Alle sportlichen Ziele scheinen sich zu verwirklichen, aber es baut sich bei mir eine riesige Frustration auf, weil es uns einfach nicht gelingt, das Ruhrstadion mit eigenen Fans zu füllen." Bis gestern Mittag waren wieder nur 15.000 der insgesamt zur Verfügung stehenden 32.645 Karten verkauft. Neururer: "Ich hoffe, dass noch einige wach werden."

Dabei ist nicht nur die Stimmung im Ruhrstadion top. Auch die Qualität des Rasens lässt keine Wünsche offen. Neururer: "Der ist mit das Beste, was die Liga zu bieten hat. Auch ein Grund für unsere Heimstärke." Gegenüber den letzten beiden Spielen dürfte Peter Neururer am Samstag die Stammformation nur auf einer Position ändern. Philip Bönig müsste auf der linken Seite den Vorzug vor dem Brasilianer Edu erhalten. Bönig nimmt auch im 18er-Kader den Platz von Miroslav Stevic ein, der sich (wie berichtet) in den Schlussminuten der Partie in Leverkusen einen Muskelfaserriss zuzog und frühestens beim nächsten Auswärtsspiel in Berlin wieder zur Verfügung steht.

So wollen sie spielen:

Bochum: Duijnhoven - Colding, Fahrenhorst, Kalla, Bönig - Zdebel, Oliseh - Wosz - Freier, Hashemian, Madsen

Rostock: Schober - Möhrle, Persson, Hill, Tjikuzu - Lantz, Maul - Rydlewicz, Rasmussen - Arvidsson, Max

Autor: G

Kommentieren