Die Diskussion ist so unvermeidbar wie das Dementi. Nach der 0:1-Pleite gegen den FC Schalke 04 rückt auch Matthias Sammer zunehmend ins Visier der Kritik und eine vorzeitige Ablösung des Rotschopfes wird folgerichtig ins Gespräch gebracht.

BVB: Nur der Erfolg zählt, auch für Matthias Sammer

rk
06. Februar 2004, 13:52 Uhr

Die Diskussion ist so unvermeidbar wie das Dementi. Nach der 0:1-Pleite gegen den FC Schalke 04 rückt auch Matthias Sammer zunehmend ins Visier der Kritik und eine vorzeitige Ablösung des Rotschopfes wird folgerichtig ins Gespräch gebracht.

Die Diskussion ist so unvermeidbar wie das Dementi. Nach der 0:1-Pleite gegen den FC Schalke 04 rückt auch Matthias Sammer zunehmend ins Visier der Kritik und eine vorzeitige Ablösung des Rotschopfes wird folgerichtig ins Gespräch gebracht. Schließlich hat der Fußball so seine Gesetzmäßigkeiten, die immer wieder greifen. Wenn solche Spekulationen auftauchen, dann weist sie die Führungsetage ins Reich der Fabel zurück, wie in diesen Tagen in Dortmund geschehen. "Es gibt beim BVB keine Trainerdiskussion", stellt Michael Zorc, Sportdirektor, klar, "es ist mit keinem anderen Trainer gesprochen worden." Michael Meier, Manager, hatte bereits am letzten Wochenende erklärt: "Warum sollen wir Matthias Sammer in Frage stellen, wenn die Mannschaft nach zwei verschossenen Elfmetern ein Spiel verliert? Da könnte man auch mich oder den Präsidenten zu Diskussion stellen, aber das ist nicht der Fall."

Gleichzeitig ist allerdings auch den Verantwortlichen nicht entgangen, dass zwar die vergebenen Strafstöße als Hauptgrund für die Niederlage angeführt wurden, doch die armselige Vorstellung der Schwarz-Gelben hatte ebenfalls einen Löwenanteil an der Nulldiät. So fordert Zorc: "Wir müssen sehen, dass wir wieder besseren Fußball spielen, die Betonung liegt auf spielen." Und die Grundlagen dafür muss nun einmal der Coach legen.

Der BVB wird nicht auf Gedeih und Verderb zu seinem jetzigen Fußball-Lehrer stehen, dafür ist die Lage beim Traditionsverein in allen Bereichen zu angespannt. Die Finanzen sprechen gegen eine Nibelungentreue, zumal die Begründungen für den sportlichen Absturz langsam aber sicher ausgehen. In der Vorrunde konnte problemlos das Verletzungspech ohne Widerspruch angeführt werden, doch mit der Leerung des Lazaretts verlieren die Blessuren ihre Bedeutung.

Die Punkte dagegen nicht. Aus den letzten sieben Bundesliga-Begegnungen holten die Dortmunder von 21 möglichen erschreckende drei Zähler. Zu allem Unglück stehen jetzt zwei Auswärtsspiele auf dem Programm. Allein der Gedanke daran kann den BVB-Fan zur Verzweifelung treiben, da die bisherige Ausbeute mit vier Punkten aus acht Partien ebenfalls nur als grausam tituliert werden kann. Die Wende muss her, egal wie, sonst wird auch Sammers Trainerstuhl nicht nur ins Wackeln geraten, sondern kippen, selbst wenn zunächst das liebe Geld dagegenspricht.

Auf rund drei Millionen Euro wird das Jahresgehalt des einstigen Europameisters geschätzt, was einer Abfindungssumme zum jetzigen Zeitpunkt von rund sieben Millionen Euro entspricht. Immerhin hat auch der Trainer für diese Spielzeit dem 20-prozentigen Einkommensverzicht zugestimmt. Die Summe würde nur dann den Etat in dieser Höhe belasten, wenn der neue Trainer in die gleichen Gehaltsdimensionen vorstoßen sollte, was jedoch mehr als unwahrscheinlich ist. Davon dürfte der spekulativ ins Gespräch gebrachte Holländer Bert van Marwijk, momentan noch bei Feyenoord Rotterdam unter Vertrag, wohl nur träumen. Als Interimslösung könnte auch Horst Köppel einspringen, der bei den Amateuren einen hervorragenden Job verrichtet und zudem reichlich Erfahrung, auch beim BVB, als Bundesligacoach vorweisen kann.

Autor: rk

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