Es ist wie verhext. Mats Hummels stand nach seiner Knöchelverletzung, die er sich Anfang des Jahres beim „Derbyfieber

Fünfter Bänderriss im Sprunggelenk: Hummels hat das Pech gepachtet

„Für uns nicht gut, für ihn richtig schlimm"

Matthias Dersch
15. Februar 2009, 13:47 Uhr

Es ist wie verhext. Mats Hummels stand nach seiner Knöchelverletzung, die er sich Anfang des Jahres beim „Derbyfieber"-Hallenturnier zugezogen hatte, keine zwei Stunden auf dem Trainingsplatz, da verletzte sich der 20-Jährige erneut.

Am Donnerstag war der Innenverteidiger voller Vorfreude ins erste Training nach fünfwöchiger Pause eingestiegen, als er ohne Fremdeinwirkung im Rasen hängenblieb. Sofort ließ er sich behandeln, humpelte dann in die Kabine und wirkte zu diesem Zeitpunkt noch recht hoffnungsfroh.

Die spätere Diagnose riss ihn jedoch - genau wie seine Mannschaftskollegen - aus allen Wolken. Zum vierten Mal in fünf Monaten riss sich der Jungprofi, den der BVB erst vor einer Woche für 4,2 Millionen Euro fest von Bayern München verpflichtete, ein Band im Knöchel. Wie schon im Januar war diesmal erneut das rechte Sprunggelenk betroffen.

„Alles deutet daraufhin, dass es sehr lange dauern wird, bis er zurückkehren kann. Wir rechnen mit einer dreimonatigen Pause für Mats", verkündete BVB-Coach Jürgen Klopp am Freitag in der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Bundesligaduell mit Energie Cottbus mit betroffener Miene. Die aktuelle Saison ist damit für den Defensivspezialisten auf jeden Fall gelaufen.

Um eine dauerhafte Genesung sicherzustellen, ließ sich Hummels bereits in München bei Dr. Ludwig Seebauer operieren. Dabei wurde das gerissene Außenband geflickt und der Fuß anschließend in Gips gepackt.

Dadurch, dass kaum Aussichten auf einen weiteren Einsatz in dieser Spielzeit bestehen, ergeben sich allerdings auch Vorteile. Der Drang, schnell wieder auf den Platz zurückzukehren, ist weg. „Für Mats besteht keinerlei Zeitdruck", unterstreicht auch Klopp, der zugleich betont: „Für uns ist die Situation natürlich nicht gut, für ihn sogar richtig schlimm. Aber wir werden ihm helfen. Wir sind wie die gute Ehefrau, die darauf wartet, dass ihr Mann aus dem Knast entlassen wird."

Es könnte ein langes und sehnsliches Warten werden. Denn verletzt sich ein weiterer Innenverteidiger, wird die Personaldecke richtig dünn. Aktuell steht einzig Uwe Hünemeier als Ersatz für Neven Subotic und Felipe Santana parat. Dahinter lauert zwar U19-Spieler Marc Hornschuh auf seine Chance, doch der 17-Jährige dürfte noch keine ernsthafte Alternative darstellen.

Wahrscheinlicher wäre es, dass Klopp im Fall der Fälle auf das Improvisationstalent einiger gestandener Kräfte bauen würde. Ein Kandidat wäre etwa Patrick Owomoyela, von dem der 41-Jährige sagt: „Es wäre sicher möglich, ihn als Innenverteidiger aufzustellen."

Autor: Matthias Dersch

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