Nach dem Widerspruch von Mannschaftskollege Torsten Frings hat Tomas Rosicky seine Aussagen über die Gehaltskürzungen bei Borussia Dortmund dementiert. Laut BVB-Pressesprecher Josef Schneck war es ein

Frings: BVB-Kürzungen doch bis Saisonende

05. Januar 2004, 10:43 Uhr

Nach dem Widerspruch von Mannschaftskollege Torsten Frings hat Tomas Rosicky seine Aussagen über die Gehaltskürzungen bei Borussia Dortmund dementiert. Laut BVB-Pressesprecher Josef Schneck war es ein "Missverständnis".

Auch im neuen Jahr will bei Borussia Dortmund einfach keine Ruhe einkehren. Die 20-prozentigen Gehaltskürzungen beim Bundesligisten gelten offenbar doch für die gesamte Saison 2003/2004. BVB-Pressesprecher Josef Schneck erklärte am Sonntag im Auftrag des tschechischen Nationalspielers Tomas Rosicky, dass eine Meldung in der Westfälischen Rundschau, wonach laut Rosicky die Streichung von Gehaltsteilen auf das Jahr 2003 beschränkt sei, auf einem Missverständnis beruhe. "Er hat das nie gesagt", äußerte Schneck, der mehrfach Kontakt mit Rosicky hatte, im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Frings: Kürzungen gelten bis 30. Juni

Dortmunds Nationalspieler Torsten Frings hatte im Kölner Express ebenfalls betont: "Ich war bei der Sitzung dabei, die 20 Prozent gelten bis zum 30. Juni. Und ein bisschen Strafe haben wir nach dem Verpassen der Champions League auch verdient. Auf jeden Fall wäre es schade, wenn diese tolle Mannschaft auseinanderbricht."

Frings appellierte, trotz der Diskussion über eine angebliche finanzielle Schieflage bei den Schwarz-Gelben Ruhe zu bewahren: "Wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen. Außerdem kann ich das immer noch nicht glauben: Wir haben die meisten Zuschauer der Liga, starke Sponsoren. Zudem sparte der Verein durch die Verletzungen jede Menge Geld. Da kann es uns doch nicht schlecht gehen."

Situation noch prekärer als angenommen?

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (Montagsausgabe) ist die finanzielle Situation allerdings noch prekärer als angenommen. Demnach sollen dem BVB bis zum Ende der Saison 20 bis 25 Millionen Euro an flüssigen Mitteln fehlen. Geschätzten Einnahmen von 25 Millionen Euro (8 Millionen aus Zuschauer-Einnahmen, 17 Millionen TV- und Sponsoren-Gelder) stünden folgende Ausgaben gegenüber: 27 Millionen an Gehältern, 8 Millionen für die Stadionpacht, 3,8 Millionen Zins und Tilgung für Darlehen, 5 Millionen Verwaltungskosten inklusive Geschäftsführergehälter sowie 1,4 Millionen Euro, die der Klub aus Sponsoringeinnahmen an die Agentur Sportfive zurückzahlen muss. Nach SZ-Angaben soll Präsident und Geschäftsführer Gerd Niebaum auf einer Sitzung des Aufsichtsrates zu einer weniger risikofreudigen Finanzpolitik gezwungen worden sein.

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