Meyer nimmt "Unternehmen Klassenerhalt" in Angriff

04. Januar 2004, 11:03 Uhr

Mit dem Trainingsauftakt hat für Hans Meyer am Samstag die Arbeit als neuer Trainer bei Hertha BSC Berlin begonnen. "Ich erwarte, dass die Jungs Flagge zeigen", gab der 61-Jährige die Marschroute vor.

Am Samstag hat Hans Meyer seine auf fünf Monate begrenzte Amtszeit beim Tabellenvorletzten Hertha BSC Berlin begonnen. Der 61-Jährige soll bis Saisonende den Karren aus dem Dreck ziehen und den kriselnden Hauptstadt-Klub nach der schlechtesten Hinrunden-Bilanz seit 13 Jahren vor dem drohenden Abstieg bewahren. Im Erfolgsfall dürfte dem aus dem Ruhestand zurückgeholten Coach zu seinem Grundgehalt von rund 250.000 Euro noch einmal die gleiche Summe als Prämie winken.

Marcelinho pünktlich in Berlin

"Ich erwarte, dass die Jungs im Training Flagge zeigen", sagte Meyer in einer Pressekonferenz vor dem Trainingsstart nach der Winterpause. Sein erstes Training lockte denn auch die für Berliner Verhältnisse große Zahl von 1000 Kiebitzen an. Vor der Übungseinheit hatte Meyer, unterstützt von Manager Dieter Hoeneß, den Hertha-Profis über 40 Minuten hinter verschlossenen Türen ins Gewissen geredet. Sperenzchen lässt sich der Routinier nicht bieten. Das ist sogar bis nach Brasilien durchgedrungen: Herthas Regisseur Marcelinho verzichtete darauf, seinen Heimaturlaub wie in der Vergangenheit eigenmächtig zu verlängern, und meldete sich pünktlich wie der Rest des Kaders am Freitag zurück in Berlin.

Dem Unternehmen Klassenerhalt wird ab sofort alles untergeordnet. "Hertha BSC darf nicht absteigen. Darum geht es, um nichts anderes", betonte Manager Dieter Hoeneß und wirkte dabei wesentlich gelöster als vor der Weihnachtspause.

"Holen keinen Wackelkandidaten"

Meyer beraubte sich derweil selbst eines denkbaren Alibis für den Fall des Misserfolgs. Der körperliche Zustand der Spieler sei seiner Meinung keinesfalls geeignet, um in Panik zu verfallen. "Es gibt generell keine Chance, Huub Stevens den Schwarzen Peter zuzuschieben", sagte Meyer in Hinblick auf die Arbeit seines Vorgängers.

Nicht ausgeschlossen ist, dass Hertha vor dem Ende der Transferperiode am 31. Januar noch einmal aktiv wird. "Aber wir holen keinen Wackelkandidaten, nur eine echte Verstärkung. Ansonsten verunsicherst du die Mannschaft noch mehr", sagte Meyer.

Autor:

Kommentieren