In Duisburg, und dort vor allem im Süden der Stahlstadt, ist es seit längerem ein Top-Thema. Und auch die lokale Presse hat die mögliche Fusion zwischen dem VfL Duisburg-Süd und dem TuSpo Huckingen für sich entdeckt. Das Interesse an einem neuen starken Klub ist, seitdem die Gerüchteküche erstmals ihre Pforten für das Thema öffnete, ungebrochen.

Fusion im Duisburger Süden noch nicht durch

"Mit dem Herzen ein Huckinger"

Moritz Rieckhoff
03. Februar 2009, 14:53 Uhr

In Duisburg, und dort vor allem im Süden der Stahlstadt, ist es seit längerem ein Top-Thema. Und auch die lokale Presse hat die mögliche Fusion zwischen dem VfL Duisburg-Süd und dem TuSpo Huckingen für sich entdeckt. Das Interesse an einem neuen starken Klub ist, seitdem die Gerüchteküche erstmals ihre Pforten für das Thema öffnete, ungebrochen.

Schwindende Mitgliederzahlen, zurückgehende Engagementbereitschaft, sowie ein genereller Trend, der die Vereinsverbundenheit nicht mehr als gegeben ansieht, lässt die Kluboberen beider Klubs nach Alternativen suchen.

"Das ist natürlich ein riesiger Schritt für einen Verein", ist sich VfL-Fußballobmann Sven Wagner der Tragweite einer möglichen Fusion bewusst und weiß gerade seine Fußballer besonders von den möglichen Veränderungen betroffen: "Die meisten anderen Sportarten werden entweder beim TuSpo oder bei uns ausgeübt. Fußball wird hingegen in beiden Klubs gespielt. Da müssen wir dann noch gucken, wie wir unsere Teams zusammenlegen."

Momentan spielt der VfL Duisburg-Süd etwas erfolgreicher als der TuSpo. "Doch das ist ab dem Sommer dann nicht mehr so wichtig", weiß Wagner und verrät: "Wenn alles glatt geht, gehen wir zur neuen Spielzeit als TuSpo Duisburg-Süd auf Torejagd."

In Huckingen sieht man eine gemeinsame Zukunft beider Klubs hingegen noch weit entfernt. So sagt etwa TuSpo-Co-Trainer Helmut Trautmann: "Der Weg zu einem gemeinsamen Klub ist noch weit. Es gibt noch etliche Hürden zu nehmen." Der TuSpo-Coach wird konkret: "Für unsere Leichtathleten sind die Vorraussetzungen auf der Platzanlage von Duisburg-Süd nicht optimal. Da bietet unsere Anlage weitaus mehr." Ein Problem wäre das deshalb, da der bisherige Plan vorsieht, das VfL-Vereinsgelände als zukünftiges gemeinsames Areal zu nutzen.

Neben weiteren Problemfeldern (zum Beispiel der ungeklärten Frage der städtischen Bezuschussung) sieht Trautmann ganz banale Gründe, die eine Fusion sogar scheitern lassen könnten. "Es gibt mit Sicherheit in beiden Lagern auch Vereinsmitglieder, die gar keine Fusion möchten. Letztendlich müssen ja die Mitglieder ein Zusammengehen beider Vereine mit einer Vierfünftelmehrheit absegnen", gibt Trautmann zu bedenken.

„Momentan liegt die Stimmung so ungefähr bei 50:50“, erklärt Hennes Claassens, zweiter Vorsitzender beim TuSpo, die Gemütslage der Klubmitglieder und bekennt: „50 Jahre Huckingen kann ich nicht so einfach über die Klinge springen lassen. Mit dem Herzen bin ich ewig ein Huckinger.“ Heißt: Classens ist gegen den Zusammenschluss. Die in den kommenden Wochen geplanten Infoveranstaltungen des Vereins zur geplanten Fusion werden den 64-Jährigen nicht von seinem Standpunkt abbringen. Bei der Mitgliederversammlung im März wird sich dann zeigen, ob Claassens der einzige „Traditionalist“ an der Huckinger Spickerstraße ist.

Autor: Moritz Rieckhoff

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