Die Schachabteilung der Sportfreunde Katernberg ist die
größte und erfolgreichste in Essen. Seit 2003 mischt der Klub
wieder in der Bundesliga mit, wurde im gleichen Jahr zudem Vizemeister im Blitzschach mit der Senioren-Mannschaft, sowie Vierter bei der Europameisterschaft.

Sportstadt Essen: SF Katernberg - eine feste Größe der Schach-Bundesliga

Basis steht im Mittelpunkt

Markus Kleine-Beck
05. Februar 2009, 11:17 Uhr

Die Schachabteilung der Sportfreunde Katernberg ist die
größte und erfolgreichste in Essen. Seit 2003 mischt der Klub
wieder in der Bundesliga mit, wurde im gleichen Jahr zudem Vizemeister im Blitzschach mit der Senioren-Mannschaft, sowie Vierter bei der Europameisterschaft.

Rund 100 Mitglieder gehen hier mal mehr und mal weniger regelmäßig ihrer Leidenschaft nach. Vor allem die Jugendabteilung, die mit 25 ständig aktiven Kids zwischen acht und 15 Jahren bereits eine beachtliche Größe erreicht hat, gehört zu den Steckenpferden des Klubs.

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Vorsitzender des 1932 gegründeten Vereins ist Bernd Rosen, der früher selbst Stammspieler in der Bundesligamannschaft der Sportfreunde war und sich nun ebenso erfolgreich um den Nachwuchs kümmert: „Ich habe bisher drei deutsche Meister trainiert und einen WM-Zweiten.“ Dennoch betont der „Trainer des Jahres 2004“: „Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Basis.“ Der 50-Jährige hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen das Schachspielen näherzubringen und gibt dafür regelmäßig Schachunterricht an Grundschulen. „Viele Vereine sterben durch Mitgliederschwund. Wir sind von den Mitgliederzahlen her unter den Top 50 in Deutschland, aber vor allem unser Jugendbereich ist überragend gut besetzt.“
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In die Bundesligamannschaft schaffen es trotzdem nur ganz wenige - in der absoluten Weltspitze befindet sich unter den Top 100 gerade mal ein einziger Vertreter aus Deutschland. Deshalb findet man in der starken Bundesliga viele Großmeister aus dem Ausland – auch in der Katernberger Wettkampftruppe stehen nur wenig deutsche Namen. Dafür kann der Verein auf zwei Spieler aus der aktuellen Top 100 der Welt verweisen. Die spielen aber natürlich nicht umsonst: 50.000 Euro kostet eine Saison mit solchen Top-Spielern. Viel Geld für einen Schachklub. „Neben den üblichen Verdächtigen, in unserem Fall die Stadtwerke Essen und die Stadtsparkasse, ist es jedes Jahr aufs neue eine Odyssee, das restliche Budget zusammenzubekommen“, erklärt Rosen. Von diesen Geldern werden dann neben den Fahrten auch die Prämien bezahlt, die aber nicht sonderlich üppig sind.

Denn reich wird man beim Schach nicht und es sind viele hundert Übungsstunden und viele hundert Übungsspiele nötig, um ein gutes Niveau zu erreichen. Dadurch wird der Sport für Jugendliche nicht attraktiver, zumal die Weltspitze sich eher aus Vertretern osteuropäischer Länder zusammensetzt, wo Schachspieler ehemals große Stars waren und Schach einen wesentlich höheren Stellenwert genießt. „Dadurch ist dort ein viel größeres Angebot an guten Spielern vorhanden, denn der Konkurrenzdruck bringt viele Weltklasseleute hervor.“

In die „Zweite“ und damit in die Oberligatruppe können es aber einige der ausgebildeten Jünglinge schaffen, „denn die ist fast komplett mit Einheimischen oder zumindest deutschen Spielern besetzt.“

Autor: Markus Kleine-Beck

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