Mit zehn Bundesliga-Toren hat Vahid Hashemian seinen Vorgänger Thomas Christiansen beim VfL Bochum vergessen lassen und die Herzen der Fans erobert. Für die iranische Nationalelf will der Stürmer trotzdem nicht spielen.

Hashemian verdrängt Christiansen aus Fanherzen

17. Dezember 2003, 11:48 Uhr

Mit zehn Bundesliga-Toren hat Vahid Hashemian seinen Vorgänger Thomas Christiansen beim VfL Bochum vergessen lassen und die Herzen der Fans erobert. Für die iranische Nationalelf will der Stürmer trotzdem nicht spielen.

Er lässt in Bochum derzeit sogar den Torschützenkönig vergessen. Vahid Hashemian hat bei Bundesligist VfL Bochum den abgewanderten Thomas Christiansen aus den Herzen der Fans komplett verdrängt. Der "Hubschrauber", wie der Iraner wegen seiner beeindruckenden Sprungkraft genannt wird, ist bei den Westfalen längst vom Edeljoker zum Top-Torjäger gereift - abgehoben ist er deswegen nicht. "Leistung bringt einen Spitznamen, ein Spitzname aber noch lange keine Leistung", sagte der 27-Jährige vor dem Wiedersehen mit Christiansen am Mittwochabend im Punktspiel bei Hannover 96.

Im Fernduell mit dem "Torero" (sieben Tore für Hannover), der in der vergangenen Saison 20-mal für den VfL erfolgreich war, lag Hashemian vor dem Hinrunden-Finale mit zehn Treffern klar in Führung. Die Befürchtungen, dass Christansen in Bochum ein nicht zu stopfendes Loch hinterlassen hätte, erwiesen sich besonders dank Hashemian als unbegründet.

Hashemian und Madsen zweitbestes Sturmduo

Noch zu Saisonbeginn gehörte der Angreifer, der 2001 vom Hamburger SV an die Ruhr wechselte, allerdings nicht zur Startelf. Schon in der vergangenen Spielzeit kam er zwar 34-mal zum Einsatz, durfte aber nur siebenmal über 90 Minuten spielen. Erst als Nationalspieler Paul Freier vor drei Monaten verletzt ausfiel, beförderte Trainer Peter Neururer seinen Edelreservisten in die Anfangsformation. Hashemian interpretiert die Situation anders: "Ich will nicht sagen, dass ich wegen der Verletzung eines Kollegen in die Mannschaft gekommen bin. So denken nur schwache Spieler."

Seit er zur ersten Elf gehört, erzielte Hashemian in zwölf Spielen zehn, so viele wie in der vergangenen Saison zusammen. Hashemian bildet gemeinsam mit dem Dänen Peter Madsen, der auch schon sieben Treffer erzielte, hinter den Bremern Ailton (16 Tore) und Ivan Klasnic (6) das zweitbeste Sturmduo der Liga.

Hashemian sagt Nationalcoach Ivanovic ab

Von den Qualitäten des 1,82 m großen Athleten hat auch längst Irans kroatischer Nationaltrainer Branco Ivanovic Wind bekommen. Doch für Hashemian, der nach 19 Länderspielen und fünf Toren wegen der schlechten Rahmenbedingungen nicht mehr für sein Land spielen will, kommt eine Rückkehr nicht in Frage: "Ich will mich ausschließlich auf den VfL Bochum konzentrieren."

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