Zwischen dem FC Bayern München und seinem an Depressionen leidenden Star Sebastian Deisler herrscht wieder Frieden. Derweil denkt der DFB über einen Einsatz von Psychologen auch für die Auswahl von Rudi Völler nach.

"MV" denkt über Psychologen für DFB-Elf nach

as
15. Dezember 2003, 14:30 Uhr

Zwischen dem FC Bayern München und seinem an Depressionen leidenden Star Sebastian Deisler herrscht wieder Frieden. Derweil denkt der DFB über einen Einsatz von Psychologen auch für die Auswahl von Rudi Völler nach.

Nachdem die Fronten zwischen dem FC Bayern und Sebastian Deisler in einem "Friedensgespräch" geklärt wurden, verkündete Rekordmeister Bayern München die Versöhnung mit seinem an Depressionen leidenden Star und dessen Freundeskreis. Während DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder bereits über eine psychologische Betreuung für die Nationalmannschaft nachdachte, informierte der Klub erleichtert die Öffentlichkeit: "In harmonischer Atmosphäre wurden vermeintlich unterschiedliche Darstellungen der letzten Tage angesprochen und aufgetretene Missverständnisse aus dem Weg geräumt."

Hoeneß wettert gegen Stoiber

Die Zusammenkunft war nötig geworden, nachdem Deisler öffentlich eine Entschuldigung des Vereins für die Kritik an seinen Freunden gefordert hatte. Der 23-Jährige, der seit gut vier Wochen stationär behandelt wird und nach Angaben des Klubs "nach vollständiger Genesung selbstverständlich wieder beim FC Bayern München Fußball spielen" will, hatte beklagt, dass seinen Bekannten nachspioniert werde. Hoeneß bestätigte zwar im DSF-"Doppelpass", dass Informationen über die neuen Deisler-Freunde eingeholt worden seien. Allerdings habe der deutsche Meister, der sich seinem Angestellten gegenüber verpflichtet sah, auf den Einsatz von Detektiven verzichtet. "Wir haben uns bemüßigt gesehen zu prüfen, ob alles in Ordnung war", sagte der Manager - und hatte zudem eine "Breitseite" für Bayerns Ministerpräsidenten Edmund Stoiber parat, der in seiner Eigenschaft als Verwaltungsbeiratschef ein Comeback Deislers ausgeschlossen und den Jungstar als "Verlustgeschäft" bezeichnet hatte: "Man sollte nicht von Dingen reden, von denen man nichts versteht. Wenn der Junge gesund wird, sind mir 7,5 Millionen Euro Ablöse völlig wurscht."

Psychologe für DFB-Elf?

Darüber hinaus beschäftigt der "Fall Deisler" jetzt auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). "Das ist ein Thema, dass wir beim nächsten Treffen erörtern werden", sagte DFB-Boss Mayer-Vorfelder der Münchner Tageszeitung tz. "Der Druck auf die Spieler wird immer größer. Für einige wäre deshalb der Einsatz eines Psychologen wirklich sinnvoll", sagte "MV", nachdem sich Teamchef Rudi Völler schon ähnlich geäußert hatte, und kündigte an: "Bevor wir eine endgültige Entscheidung treffen, will ich mit den Spielern reden. Ein Psychologe macht nur Sinn, wenn sie auch bereit sind, sich zu öffnen."

Autor: as

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