RevierSport-Mitarbeiter Randolf Kaminski sprach mit BVB-Sportdirektor Michael Zorc über das Aus im Europapokal, die Folgen und mögliche Neuzugänge.

BVB: "Ich will nicht gut reden, was nicht gut ist"

rk
02. Dezember 2003, 10:31 Uhr

RevierSport-Mitarbeiter Randolf Kaminski sprach mit BVB-Sportdirektor Michael Zorc über das Aus im Europapokal, die Folgen und mögliche Neuzugänge.

RevierSport-Mitarbeiter sprach mit BVB-Sportdirektor Michael Zorc über das Aus im Europapokal, die Folgen und mögliche Neuzugänge.

Michael Zorc, welche Folgen hat das bittere Aus im Europapokal?
Das hat zur Folge, dass wir uns jetzt nur auf die Bundesliga konzentrieren. Sportlich war das Ausscheiden zudem ein Rückschlag, da wir uns zuvor vorgenommen hatten, zumindest in diesem Wettbewerb zu überwintern.

Und finanziell?
Da muss ich ihnen ganz einfach sagen, dass der weitaus größere Schaden schon nach den zwei Spielen gegen Brügge eingetreten ist. Über den DFB-Pokal und den UEFA-Cup wollten wir einiges wieder rein holen, allerdings sind das ganz andere Dimensionen als in der Champions League. Wenn man im UEFA-Cup zehn Millionen Euro einspielen will, dann muss man schon bis ins Endspiel durchmarschieren. Deswegen haben wir nach der verpassten Qualifikation für die Königsklasse ja auch eine Kostenreduzierung vorgenommen.

Aber es ist doch auch eine erheblicher Imageschaden entstanden!
Natürlich, sowohl für den BVB als auch für den deutschen Fußball insgesamt. Es ist schon bitter, wenn wir ein halbes Jahr lang nicht auf der internationalen Bühne auftreten können und nach der Winterpause kein Bundesligaklub mehr in diesem Wettbewerb vertreten ist.

Aufgrund der Kostenreduzierung sind Neuverpflichtungen in der Winterpause praktisch ausgeschlossen, oder?
Wir haben immer gesagt, dass wir stets Augen und Ohren offen halten, etwas anderes werden sie von mir auch nicht hören. Es kann aber durchaus sein, dass wir nichts tun. Die Personalmisere hat zumindest einen positiven Aspekt. Wir haben gesehen, dass es bei Borussia Dortmund zwei, drei junge Leute gibt, die es verdienen, mehr als nur zu Kurzeinsätzen von 15 Minuten zu kommen. Wir müssen nicht immer nach Neuverpflichtungen schauen, wenn wir diese im eigenen Lager haben. Außerdem hoffen wir im Januar natürlich auf eine verstärkte Rückkehr der verletzten Spieler.

Zumal die letzten Einkäufe wie Niclas Jensen oder Andre Bergdölmo nicht gerade als Volltreffer zu bezeichnen sind!
Ich wehre mich gegen diese Pauschalurteile. Beide sind aktuelle Nationalspieler. Sie hätten zum Old Trafford fahren müssen, da hat Niclas mit Dänemark gegen England gespielt und mal kurz gewonnen und nebenbei David Beckham ausgeschaltet. Er hat 30 Länderspiele hintereinander bestritten. Aber ich gebe Ihnen recht, dass er bei uns nicht so gut spielt. Da stellt sich die Frage, warum das so ist. Andre Bergdölmo hat bis zu seiner Pause nur unter Schmerzen auflaufen können.

Kommen wir noch einmal auf den enttäuschenden Auftritt in Sochaux zurück: Gegenwehr sieht anders aus!
Von den letzten sechs Auswärtsspielen haben wir gerade einmal drei mit elf gegen elf beendet. Ich will nicht gut reden, was nicht gut ist, aber trotzdem muss jeder Fall einzeln betrachtet werden. In Bochum, München und am letzten Donnerstag mussten wir schon frühzeitig dezimiert weiter spielen und in Frankreich zusätzlich mit dem Bewusstsein, mindestens zwei Tore schießen zu müssen.

Wie Sie eingangs erwähnten, steht jetzt nur noch die Bundesliga auf dem Programm. Sind dort bis zur Winterpause zehn Punkte Pflicht?
Was bringt es, weitere Hochrechnungen anzustellen, wenn wir heute schon die Aufgabe nicht erfüllen. Vom Namen her kommen sicher Mannschaften, die zu schlagen sind, doch das ist alles nur Theorie.

Autor: rk

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