Das vergangene Jahr stand bei der KG Essen ganz im Zeichen von Peking. Wen wundert es, denn schließlich vertraten mit Tomasz Wylenzek und Jonas Ems gleich zwei Athleten die Farben der Kanusport-Gemeinschaft bei den Olympischen Spielen.

Sportstadt Essen: Wylenzek steht bei der KG Essen im Blickpunkt

"Nachwuchs weiter etablieren"

Sarah Landsiedel
29. Januar 2009, 09:37 Uhr

Das vergangene Jahr stand bei der KG Essen ganz im Zeichen von Peking. Wen wundert es, denn schließlich vertraten mit Tomasz Wylenzek und Jonas Ems gleich zwei Athleten die Farben der Kanusport-Gemeinschaft bei den Olympischen Spielen.

Während Ems im Halbfinale über 500 Meter im Einer-Kajak als Sechster ausschied, sorgte Wylenzek für dramatische Momente: Über 1.000 Meter im Zweier-Canadier lag er mit seinem Partner Christian Gille bis kurz vor der Ziellinie auf Goldkurs, wurden dann aber noch von den Weißrussen Andrej und Alexander Bahdanowitsch abgefangen. Völlig erschöpft, erlitt der gebürtige Pole im Anschluss an das Rennen einen Kreislaufzusammenbruch und musste ärztlich versorgt werden - die Silbermedaille nahm Gille alleine entgegen.

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Diese Bilder sorgten auch im Regattahaus am Baldeneysee für Aufregung. „Das ist mir wirklich an die Nieren gegangen, denn wir wussten schon eher als die Öffentlichkeit, dass die Beiden erkrankt waren“, blickt Klubmanager Heino Terporten zurück. Der verpassten Titelverteidigung trauert er aber nicht mehr nach: „Dass ‚Tomek’ am folgenden Tag über die halbe Distanz noch einmal Bronze geholt hat, war eine fantastische Leistung. Wenn man von einem Infekt befallen ist, dann kann man nichts machen. Da waren wir zwar enttäuscht, aber man kann niemandem einen Vorwurf machen.“
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Zwar richtete sich der Fokus im Olympia-Jahr ganz klar auf die Leistungsklasse der KGE, der Nachwuchs wurde dabei allerdings nicht vernachlässigt. Mit Robert Gleinert (19 Jahre, SG Holzheim) und Lisa Marie Braun (18 Jahre, KKM Köln) wechselten zwei hoffnungsvolle Talente nach Essen, die bereits durch Medaillengewinne bei Junioren-Weltmeisterschaften auf sich aufmerksam machten.

„Bei Lisa Marie war es eigentlich ein logischer Schritt, denn sie hat schon seit 2006 bei uns am Stützpunkt trainiert“, erklärt Terporten und fügt an: „Es ist ja nicht so, dass wir Sportler zu uns holen, denn das ist nicht unsere Philosophie. Dadurch, dass wir hier auch den Leistungsstützpunkt haben, trainieren viele Athleten aus unterschiedlichsten Vereinen in Essen. Die erkennen dann, was sich bei uns tut und dass wir ein gutes Umfeld bieten können. Dann kommt ein Wechsel manchmal automatisch zustande.“ Wie im Fall von Braun, die sich mittlerweile „mehr als Essenerin fühlt“ und am Helmholtz-Gymnasium für ihren Schulabschluss paukt.

Doch die große Anzahl an Kanuten hat nicht nur positive Seiten für die KGE: „In den Morgenstunden haben wir im Regattahaus und im Hantelraum genügend Freiraum, aber abends wird es ganz schön eng. Da platzt das Gebäude fast aus allen Nähten“, grübelt der ehemalige Deutsche Kanu-Vize-Meister und betont: „Da sollte sich was tun, auch im Hinblick auf die Ruderer, die ebenfalls hier trainieren.“

Autor: Sarah Landsiedel

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