Mike Hanke ist ein blasser Typ, bleich seine Gesichtshaut, passend zu den strohblonden Haaren. Zuletzt sah der Schalker Youngster aber noch ein wenig fahler aus.

SCHALKE 04 - Mike Hanke über die Hölle am Bosporus

hb
22. November 2003, 13:31 Uhr

Mike Hanke ist ein blasser Typ, bleich seine Gesichtshaut, passend zu den strohblonden Haaren. Zuletzt sah der Schalker Youngster aber noch ein wenig fahler aus.

Mike Hanke ist ein blasser Typ, bleich seine Gesichtshaut, passend zu den strohblonden Haaren. Zuletzt sah der Schalker Youngster aber noch ein wenig fahler aus.

Hanke hatte beim „U 21“ –Länderspiel der Deutschen Auswahl in der Türkei die Hölle am Bosporus erlebt. „Es war sehr heftig. Nach dem Abpfiff wollten wir in die Kabine rennen. Die Polizei war schon da und sollte uns angeblich sicher in die Katakomben begleiten“, hebt der 20-Jährige an. Aber: „Die haben oben ihre Schutzschilder gehalten und uns unten mit ihren Stiefeln getreten.“

Noch wilder als die angebliche Ordnungsmacht führten sich die zuvor aus der EM-Quali geflogenen türkischen Kicker auf. „Die Ersatzspieler sind uns hinterher gelaufen und haben gerufen: Lasst hier keine Kameras und keine Journalisten rein. Jetzt gibt’s Haue für die Deutschen“, berichtet Hanke. Neben seinen Mannschafts-Kameraden Maik Franz und Christian Tiffert bekam auch der Torjäger eins auf die Mappe. „Als ich einen geschallt gekriegt habe, wollte ich mich wehren, aber dann kamen unsere Betreuer und haben mich in die Kabine geschleppt"“ erzählt Hanke.

Dort warteten die Jungs von DFB-Trainer Uli Stielike geschlagene zwei Stunden, in der Hoffnung, die Gemüter würden sich rund um das Fenerbahce Sükrü-Stadion beruhigen. „Richtig Angst hatte ich nicht, aber ein sehr komisches Gefühl“, betont Hanke. Immerhin: „Danach war nichts mehr. Wir konnten unbehelligt zum Bus und dann zum Flughafen.“ Die Eindrücke, die Stielike mit der berechtigten Frage „Haben wir hier Krieg?“ kommentierte, wird Hanke nicht so schnell vergessen. „So etwas habe ich noch nie erlebt und möchte ich auch nie wieder erleben“, nickt der Stürmer.

Psychisch angeschlagen, muss Hanke zudem noch bis Samstag seine körperlichen Wunden lecken. Bereits beim Hinspiel am vergangenen Freitag in Leverkusen hatte sich der Schalker Hoffnungsträger eine Kapselverletzung im linken Sprunggelenk sowie eine Wadenprellung zugezogen. In Istanbul hielt Hanke am Dienstag eine Stunde durch, wirkte aber nicht fit. „Ich habe noch Schmerzen und mich gestern vom Doc behandeln lassen. Ich hoffe aber, dass es bis Samstag wieder geht“, will der gebürtige Hammer auf die Zähne beißen. Wie das ist, hat er schließlich gerade schmerzlich erfahren....

Nachgefragt
Hamit Altintop, sind Sie Mitglied einer Schlägertruppe?
Nein, das waren nur zwei oder drei Spieler von uns, die da ausgerastet sind. Ich habe von den Schlägereien, von denen Mike erzählt, auch gar nichts mitbekommen, weil ich noch auf dem Platz stand und so enttäuscht war, dass wir raus geflogen sind.

Das Bild von den prügelnden Türken bleibt!
Das ist mir schon klar. Mit so einem Verhalten zeigst du ja, dass du ein schlechter Verlierer bist. Aber wie gesagt, es waren nur einzelne Spieler, die sich von den Fans haben anstecken lassen. Ich finde das total daneben, so würde ich mich nie aufführen.

Autor: hb

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