Ein Treffen der acht

"Kleine" Bundesligisten fühlen sich ausgeschlossen / Bochums Altegoer sauer

20. November 2003, 15:45 Uhr

Ein Treffen der acht "großen" deutschen Bundesligavereine hat in der Liga für Zwiespalt gesorgt. "Es könnte zu einer Spaltung der Liga führen", beurteilte Bochums Präsident Werner Altegoer die Situation.

In der Bundesliga macht sich Unmut breit. Nach einem Treffen der acht "großen" Bundesliga-Vereine befürchtet die Mehrheit der ausgeschlossenen Klubs gar einen Riss in der Liga. Am Mittwoch waren Funktionäre der Top-Klubs aus München (FC Bayern und TSV 1860), Dortmund, Leverkusen, Schalke, Berlin, Bremen und Stuttgart in München zusammengekommen, um über die Zukunft der höchsten deutschen Spielklasse zu beraten.

"Wenn sich einzelne Gruppen zusammensetzen, ist schon vorgegeben, was passieren kann. So etwas gehört sich nicht", schimpfte Bochums Präsident Werner Altegoer: "Das ist für den Profi-Fußball schlecht, denn es könnte zu einer Spaltung der Liga führen." Altegoers Rostocker Amtskollege Manfred Wimmer äußerte sich ähnlich: "Ich bin überrascht und finde es nicht gut, dass wir als Bundesligist darüber nicht informiert sind."

DEL-Chef weist Charakter eines "Geheimtreffens" zurück

Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) war nicht gerade hocherfreut über das Meeting. "Als Aufsichtsratsvorsitzender kann ich das nicht begrüßen, aber auch nicht verhindern", sagte DFL-Chef Werner Hackmann, wies allerdings zurück, dass es sich um ein Geheimtreffen gehandelt habe. "Ich war schon lange im Vorfeld darüber informiert und habe den Aufsichtsrat und den Vorstand der Deutschen Fußball Liga davon in Kenntnis gesetzt. Wichtig ist, dass die Einheit der Liga gewährleistet bleibt." Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hielt man sich im Vorfeld der Präsidiumssitzung am Wochenende in Hamburg mit Kommentaren zurück.

Klubs berieten über Zukunft der Liga

Ohne DFB, DFL und mehr als die Hälfte der Liga hatten in München auf Einladung der Bayern-Führungsspitze Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß unter anderem die Dortmunder Gerd Niebaum und Michael Meier, Schalke-Manager Rudi Assauer, Reiner Calmund und Wolfgang Holzhäuser aus Leverkusen, Dieter Hoeneß von Hertha BSC Berlin, Bremens Sportdirektor Klaus Allofs und die "Löwen"-Bosse Karl-Heinz Wildmoser senior und junior über eine Neufassung des Grundlagenvertrages mit dem DFB, die Vermarktung von Nationalmannschaft und DFB-Pokal durch den Verband, mögliche finanzielle Entschädigungen für die Abstellung von Nationalspielern und die Fernsehverträge diskutiert.

Tagungsteilnehmer Karl-Heinz Wildmoser junior spielte die Bedeutung des Treffens herunter. "Von einer "G8"-Runde zu sprechen, wäre übertrieben. Wir haben uns informell in kleiner Runde getroffen, um einige Probleme zu besprechen", sagte der Geschäftsführer der "Löwen".

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