BVB-Manager Michael Zorc lässt sich nicht weiter von seinem brasilianischen Samba-Stürmer auf der Nase rumtanzen. Der 29-Jährige wertet Amorosos Fernbleiben als groben Vertragsbruch und schaltet die FIFA ein.

"Fall Amoroso" geht in die höchste Instanz

ko
19. November 2003, 09:15 Uhr

BVB-Manager Michael Zorc lässt sich nicht weiter von seinem brasilianischen Samba-Stürmer auf der Nase rumtanzen. Der 29-Jährige wertet Amorosos Fernbleiben als groben Vertragsbruch und schaltet die FIFA ein.

Für Marcio Amoroso kann es nun schmerzhaft werden. Nicht nur, dass ihm seine Knieprobleme schon seit Wochen außer Gefecht setzten, nun droht ihm auch noch eine Strafe in Millionenhöhe. BVB-Manager Michael Zorc wertet das Fernbleiben als "schwerwiegenden Vertragsbruch". Nun werde Zorc den Fall bei der FIFA einreichen. Die BVB-Führung hatte Amoroso unmissverständlich aufgefordert bis spätestens 12.00 Uhr am heutigen Dienstag aus seiner Heimat zurückzukehren.

Rausschmiss muss Amoroso wohl nicht befürchten

Dass der Weltverband nicht gut auf Vertragsbruch zu sprechen ist, hat schon der Argentinier Ariel Ortega zu spüren bekommen. Ihn belegte die FIFA mit einer Geldstrafe von umgerechnet 9,5 Millionen Euro und sperrte den "Gaucho" bis zum 30. Dezember diesen Jahres. Ein Rauswurf von Amoroso erscheint angesichts der einst gezahlten Ablöse von 25,5 Millionen Euro an den AC Parma für den exzentrischen Südamerikaner eher unwahrscheinlich.

Der Fall Amoroso war in den letzten Tagen eskaliert, nachdem der Spieler über seinen Rechtsbeistand seinen Arbeitgeber der Erpressung bezichtigt hatte. Der Torjäger befindet sich indessen seit rund neun Wochen in Brasilien zur medizinischen Behandlung. Auch eine Ultimatum konnte den Goalgetter bislang nicht zur Rückkehr bewegen.

Vereinsarzt Dr. Markus Braun wollte nach Amorosos Eintreffen über die Notwendigkeit weiterer medizinischer Maßnahmen entscheiden. Nach seinem Innenband-Teilriss im linken Knie sollte festgestellt werden, ob eine weitere Operation vonnöten ist, die eine weitere Zwangspause von mehreren Monaten nach sich ziehen würde. Amoroso hatte indes den Wunsch geäußert, sich bei einem Arzt seines Vertrauens in den USA behandeln zu lassen. Der BVB aber lehnte das Ansinnen kategorisch ab. "Es wurde schon zu viel Zeit mit einer falschen Diagnose vergeudet", reagierte Amoroso auf die Forderung der Borussia stocksauer.

Amorosos Transportfähigkeit ist einseitig in Frage gestellt

Zuletzt hatte es außerdem Dissonanzen zwischen Amoroso und dem Klub über die Transportfähigkeit des Spielers gegeben. Dr. Pedro Adib, Anwalt von Amoroso, wies im DSF auf möglichen Probleme eines Fluges nach Deutschland hin: "In einem Dokument haben wir bereits auf das Gesundheitsrisiko eines möglichen Transportes hingewiesen."

Manager Michael Meier bestätigte, dass das Dokument "schon vor geraumer Zeit" eingegangen ist: "Wir gehen davon aus, dass wenn Marcio in die USA fliegen kann, er sicherlich auch den Umweg über Deutschland machen kann."

Autor: ko

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