Der Poker um die Stuttgarter Nationalspieler Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel geht weiter, doch die VfB-kritischen Stimmen nehmen immer mehr zu. Auch Routinier Zvonimir Soldo kritisiert nun die Passivität der Klubchefs.

VfB gerät im Vertragspoker in die Defensive

us
17. November 2003, 21:31 Uhr

Der Poker um die Stuttgarter Nationalspieler Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel geht weiter, doch die VfB-kritischen Stimmen nehmen immer mehr zu. Auch Routinier Zvonimir Soldo kritisiert nun die Passivität der Klubchefs.

Es herrscht weiterhin Unklarheit beim VfB Stuttgart. Der Poker um die beiden Nationalspieler Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel vom Bundesliga-Tabellenführer geht in die nächste Runde. Während sich Verteidiger Hinkel nach neuesten Informationen erst in der Winterpause über seinen künftigen Arbeitgeber entscheiden will, drängt Berater Karlheinz Förster bei Stürmer Kuranyi auf einen Termin in den nächsten Tagen mit der Vereinsführung der Schwaben. "Der VfB ist immer noch unsere allererste Adresse und wir wollen versuchen, einen neuen Vertrag mit dem Verein hinzukriegen", erklärte der ehemalige Nationalspieler in der SWR-Sendung "Sport im Dritten".

Angeblich soll das VfB-Angebot bei einem Jahresverdienst von zwei Millionen Euro liegen, interessierte Vereine sollen mit bis zu 3,5 Millionen Euro locken. "Vor zwei bis fünf Monaten wäre es für den VfB noch einfacher gewesen. Jetzt hat sich die Situation geändert und der muss man sich stellen", sagte Förster und kritisierte indirekt die zögernde Haltung des deutschen Vizemeisters bei einer Vertragsverlängerung für seinen "Goalgetter".

Staudt erinnert an "finanzielle Löcher"

Dem hält Stuttgarts Präsident Erwin Staudt entgegen, "dass der VfB zu Beginn des Jahres nicht in der Lage war, Gehälter zu erhöhen". Erst durch das Erreichen der Champions League habe sich dies etwas verbessert. "Zudem muss der Verein das Gehaltsgefüge aller Spieler in Betracht ziehen", so Staudt, der daneben noch "finanzielle Löcher" bei ausbleibenden TV-Einnahmen bei dem mit 16,6 Millionen Euro verschuldeten Klub schließen muss.

Allerdings macht auch VfB-Kapitän Zvonimir Soldo die Vereinsführung der Schwaben für das anhaltende Vertragstheater um die beiden Jung-Nationalspieler verantwortlich. "Der Verein ist selber schuld an der jetzigen Ungewissheit. Der VfB hätte schon viel früher auf die Situation reagieren können. Meiner Meinung nach wird beim VfB viel zu viel über fehlendes Geld geredet - und viel zu wenig über künftige Einnahmen", sagte der 36-jährige Kroate im Interview mit Sonntag aktuell.

Soldo warnt den VfB

Der verlängerte Arm von Cheftrainer Felix Magath und Wortführer des Champions-League-Teilnehmers will seinen zum Saisonende auslaufenden Kontrakt offenbar nur dann verlängern, wenn die "Schlüsselspieler" gehalten werden können. "Ich mache meine Entscheidung davon abhängig, wie der VfB seine aktuellen Anforderungen löst oder seine Zukunft verkauft", meinte der Routinier.

VfB-Chef Staudt hält unterdessen die von Förster anvisierte Frist für zu kurzfristig. Generell vertritt er aber die Auffassung, dass der VfB in einer guten Position ist. "In Stuttgart werden die Spieler geliebt. Das ist etwas, was sie woanders nicht bekommen", sagte er. Für ihn ist das ein gutes Argument, um die beiden Schützlinge von DFB-Teamchef Rudi Völler, die noch jeweils Verträge bis 2005 besitzen, zu halten.

Autor: us

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