Als Tobias Willi und Nicky Adler kurz vor dem kleinen Finale der „Zebras“ gegen Berlin durch die kargen Betonkatakomben der Arena schlichen, war ihnen die Enttäuschung förmlich ins Gesicht geschrieben.

MSV: Willi kann die Welt nicht mehr verstehen

„Das Leben ist kein Konjunktiv“

25. Januar 2009, 15:58 Uhr

Als Tobias Willi und Nicky Adler kurz vor dem kleinen Finale der „Zebras“ gegen Berlin durch die kargen Betonkatakomben der Arena schlichen, war ihnen die Enttäuschung förmlich ins Gesicht geschrieben.

Das Duo stand schließlich beim glanzlosen Auftritt gegen die Fortuna auf dem Platz. Adler gelang zwar in den Schlusssekunden noch der 1:3-Kosmetiktreffer, mehr aber auch nicht. „Das war richtiger Mist“, nahm Willi auch kein Blatt vor den Mund. „Wenn man innerhalb von 90 Minuten drei Dinger kassiert, darf es schon nicht sein. Das in nur einer Halbzeit einzustecken, geht aber gar nicht. Das war einfach nur schlecht von uns.“

Und auch Adler konnte die Leistung der Mannschaft nicht erklären. „Das war gar nichts. Aber wir haben noch eine Woche Zeit und die werden wir nutzen. Das passiert uns gegen Rostock sicherlich nicht.“ Auf die Frage, ob er sich Chancen auf einen Startplatz ausrechnet, zuckte der ehemalige Nürnberger ratlos mit den Schultern. „Das weiß ich nicht, der Trainer hat noch nichts gesagt.“ Eine Forderung wollte der „Blondschopf“ allerdings auch nicht stellen. „Ich bin erst einmal froh, dass ich endlich im Sturmzentrum auflaufen darf. Die Außenposition ist nämlich nicht so ganz meine Stärke.“

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Und seinen „Killerinstinkt“ stellte er ja nicht nur gegen Düsseldorf, sondern auch schon in der Meisterschaft in Oberhausen unter Beweis. „Aber die Quote stimmt noch gar nicht“, ist Adler mit dem einen Treffer in keinsterweise einverstanden. „Aber ich habe schon gezeigt, dass ich Tore erzielen kann und hoffe nun auf meine Chance, dass auch in Duisburg zu beweisen.“

Und auch Willi, der mit Bernd Korzynietz Konkurrenz auf der rechten Flanke bekommen hat, wollte sich keine Gedanken über die Aufstellung an der Ostsee machen: „Daran zu denken ist Unsinn. Hauptsache ist für mich, dass mein Knie stabil bleibt und wir alle gesund sind. Peter Neururer hat auf jeder Position eine Alternative und wird die richtige Entscheidung fällen.“
Außerdem will er sich ohnehin nicht mit Spekulationen beschäftigen. „Das Leben ist doch kein Konjunktiv, deshalb warte ich in aller Ruhe ab“, meinte Willi.

Ganz so locker dürfte es am heutigen Sonntag-Morgen in der MSV-Kabine aber nicht zugehen, denn dafür war der Auftritt in der Landeshauptstadt einfach zu schwach. „Natürlich werden wir darüber reden müssen“, machte sich Willi schon einmal auf eine etwas lautere Ansprache seines Trainers gefasst. „Es kann halt nicht sein, dass man gegen ein Team, das eine Klasse tiefer spielt, so auftritt. Wir haben Düsseldorf sicherlich nicht unterschätzt, aber es war fahrlässig, so aufzutreten.“

Die Chance auf eine Wiedergutmachung hatten lediglich Gordon Schildenfeld und Christian Tiffert. „Beide haben durchgespielt, weil Maicon und Chinedu Ede verletzungsbedingt nicht dabei waren“, erklärte Neururer, der mit den beiden Rekonvaleszenten am Dienstag wieder rechnet, warum das Duo auch noch einmal gegen Berlin auflief.

Doch der Trainer ließ bei seinen Akteuren dann doch noch Hoffnung aufkeimen, dass es heute nicht so laut wird. Denn Neururer fand seinen eigenen Interpretationsansatz für die ersten 45 Minuten: „Wichtig ist bei so einem Turnier, dass die Zuschauer Spaß haben und zufrieden sind. Am Rhein gibt es für die Leute doch nichts Besseres, als ein Derby. Wir haben alles dafür getan, dass das Finale Köln gegen Düsseldorf lautete. Also haben wir doch alles richtig gemacht.“

Dass aber der 1. FC beim Nachbarn triumphierte, dürfte dem Großteil der Zuschauer wiederum nicht geschmeckt haben. „Aber das lag nicht in unserer Macht“, zwinkerte Neururer mit dem Auge.

Das Fazit des ehemaligen Bochumers fiel dann eher milde aus. „Wir waren natürlich müde und müssen auch noch einige Fehler abstellen. Doch die Mannschaft ist auf jeden Fall schon sehr weit.“

Ein Resümee, welches Willi nicht unbedingt unterschreiben wollte: „Es war ganz klar zu erkennen, wo unsere Schwächen sind. Das Gute ist, dass wir sie gesehen und erkannt haben. Jetzt werden wir diese abstellen und selbstbewusst nach Rostock fahren.“

Und Adler ergänzte: „Wir sind auf einem sehr guten Weg und können in der Rückrunde sicherlich noch einmal angreifen. Ich denke, dass wir uns vor keinem Gegner verstecken müssen, wenn wir an unsere Stärken glauben und sie einsetzen. Also fangen wir nächsten Sonntag am besten sofort damit an. Dann ist alles okay.“

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