Nach achtmonatiger Bundesliga-Abstinenz hat Klaus Toppmöller am Samstag seinen Einstand beim HSV gegen Schalke gefeiert (2:2). Trotz des unglücklichen Remis´ zeigt sich der neue Trainer in einem Interview zufrieden.

Toppmöller: "60 Minuten den Gegner beherrscht"

26. Oktober 2003, 11:29 Uhr

Nach achtmonatiger Bundesliga-Abstinenz hat Klaus Toppmöller am Samstag seinen Einstand beim HSV gegen Schalke gefeiert (2:2). Trotz des unglücklichen Remis´ zeigt sich der neue Trainer in einem Interview zufrieden.

Der Einstand war fast gelungen, da verdarb der Schalker Edi Glieder mit seinem Ausgleich zum 2:2 in der Nachspielzeit dem neuen HSV-Trainer Klaus Toppmöller den ersten Sieg im ersten Heimspiel bei den Hanseaten. In einem Interview zeigt sich der Ex-Leverkusener dennoch zufrieden mit dem Spiel.

Frage: "Klaus Toppmöller, Wie beurteilen Sie das erste Spiel als Trainer beim Hamburger SV?"

Klaus Toppmöller: "Nach dieser turbulenten Woche muss ich mit dem Spiel zufrieden sein. Wir haben 60 Minuten lang den Gegner beherrscht. Dann haben wir leider aufgehört Fußball zu spielen und sind erstarrt wie das Kaninchen vor der Schlange. Von einer routinierten Mannschaft muss ich erwarten, dass sie die Konter überlegter fährt. Allerdings, unglücklicher kann man die Gegentore auch kaum kriegen."

Frage: "Sie haben erst am Mittwoch ihren neuen Job angetreten. Was konnten Sie in der kurzen Zeit machen?"

Toppmöller: "Seit ich in Hamburg bin hatte ich keine ruhige Minute. Ich habe versucht, einen engen Schulterschluss mit der Mannschaft herzustellen. Wir haben zahlreiche Einzelgespräche geführt, noch bis Freitagnacht um 23.00 Uhr. Im Training habe ich auch taktisch viel angesprochen, wie man die Räume eng macht zum Beispiel. Das haben sie auch gut umgesetzt. Aber es sind auch noch viele Dinge zu verbessern."

Frage: "Wie war die Stimmung in der Mannschaft nach dem Spiel?"

Toppmöller: "Die Enttäuschung in der Kabine war sehr groß. Sie hat ja viel investiert und gut gespielt. Ich werde jetzt weiter versuchen, bei der Mannschaft Selbstvertrauen aufzubauen. Für uns ist jetzt sehr wichtig, dass wir im Pokal in Unterhaching weiterkommen. Darauf arbeiten wir jetzt hin."

Frage: "Was ist jetzt die wichtigste Aufgabe für Sie?"

Toppmöller: "Wir müssen die Fehler abstellen. Da haben wir viel Arbeit vor uns. Der HSV hat die meisten Gegentore bei Standards bekommen. Mein Co-Trainer Werner Melzer und ich haben das auch schon auf Video studiert und waren teilweise erschüttert. Aber wir werden unseren Weg beschreiten und die Mannschaft wieder nach vorne bringen."

Frage: "Trägt ein Ausgleich in der Schlussminute nicht eher zur weiteren Verunsicherung bei?"

Toppmöller: "Die Spieler sagen, so ein Spiel ist typisch für ihre Situation, dass sie in der in der letzten Minute noch ein Gegentor bekommen. Aber man muss sich das Glück auch erarbeiten und erzwingen."

Frage: "Wie beurteilen Sie das Bundesliga-Debüt von Torwart Stefan Wächter?"

Toppmöller: "Stefan Wächter hat ja über weite Strecken sicher und gut gehalten. Er ist todunglücklich über das Gegentor zum 2:1. Ich habe ihm gesagt, dass jeder mit Fehlern angefangen hat. Daraus lernt man. Trotzdem müssen und werden wir auf der Torwart-Position etwas tun. Wir haben ja jetzt nur einen Amateur in der Hinterhand."

Frage: Wie war der Neuanfang nach acht Monaten Arbeitslosigkeit für Sie persönlich?"

Toppmöller: "Es geht nicht um mich, es geht um den Verein. Mir ist das gar nicht so lieb, wenn hier um meine Person so ein großes Ballyhoo gemacht wird. Aber ja, ich freue mich sehr darüber, wieder in der Bundesliga zu arbeiten. Ich lebe und sterbe schließlich für den Fußball."

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