Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Der Trip nach Basel wurde zu einer kleinen Odyssee, die schon leicht skurrile Züge hat.

BVB: Metzelders Odyssee nach Basel

rk
24. Oktober 2003, 10:40 Uhr

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Der Trip nach Basel wurde zu einer kleinen Odyssee, die schon leicht skurrile Züge hat.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Mit sonderlicher Freude hat Christoph Metzelder seine Reise zu Dr. Bernhard Segesser in die Schweiz ohnehin nicht angetreten, doch der Trip nach Basel wurde zu einer kleinen Odyssee, die schon leicht skurrile Züge hat. Das verriet er auf seiner Homepage. So stellte sich Bruder Malte am Dienstagmorgen als Fahrer zu Verfügung und chauffierte den Nationalspieler zum Flughafen nach Düsseldorf. Immerhin zwei Stunden vor dem Abflug um 9.45 Uhr. Aber das Revier und seine Autobahnen haben so ihre eigenen Gesetze, die zu dieser Uhrzeit äußerst staubehaftet sind. Der am Terminal wartende Doktor Markus Braun versuchte zwar verbal, den Flieger zu einer Gnadenfrist zu überreden, doch als der Patient eintraf, konnte er nur noch den geglückten Start der Maschine vom Boden aus bewundern.

Hilfe eilte schnell, zumindest vermeintliche. Über den Umweg Frankfurt konnte bereits eine Stunde später die geplante Reise in Angriff genommen werden. Doch "Doc" Braun wurde prompt für seine Treue bestraft, da auf der Ausweichmaschine nur noch ein freier Platz zur Verfügung stand. Großzügig wie ein Mediziner nun einmal ist, überließ er dem Bundesligaprofi den Vorzug. Der hatte beim Umsteigen am Main allerdings nicht alles im Griff. Insbesondere seine Bordkarte nicht. Ohne die kommt auch ein Vize-Weltmeister nicht in den Flieger. Immerhin wusste dann jeder am Frankfurter Airport, dass sie jemand gefunden hatte, da die Information das freudige Ereignis per Lautsprecher verkündete. Doch der Jet dachte trotz des prominenten Gastes nicht daran, sich in die Lüfte zu bewegen. Er war aufgrund einer "Überdosis" Kerosin so schwer, dass sich erst 13 Freiwillige für eine Prämie von jeweils 200 Euro bereit erklären mussten, den bequemen Sitz wieder zu räumen. Die Gedankenprozesse dauerten stolze zwei Stunden.

Den Baseler Flughafen erreichte der 22-Jährige trotz aller widrigen Umstände trotzdem. Schaute direkt bei Dr. Bernhard Segesser vorbei und wurde anschließend sogar von einer freundlichen Mitarbeiterin ins Hotel gebracht. Nur die Abschiedsszene deutete die Dame dann etwas falsch. Das Winken von Christopher Metzelder sollte nicht den freundlichen Dank ausdrücken, sondern den Hinweis auf das noch im Kofferraum verstaute Gepäck ausdrücken. Immerhin verleitete sein Anruf in der Klinik die Mitarbeiterin, die fremde Fracht eine halbe Stunde später abzuliefern. Nach so einer "Generalprobe" kann die heutige Operation eigentlich nur ohne Probleme über die Bühne gehen.

Autor: rk

Kommentieren