Bei seinem ersten offiziellen Auftritt als neuer Coach beim Hamburger SV machte Klaus Toppmöller deutlich, dass er noch viel vor hat.

Toppmöller will HSV "wieder Leben einhauchen"

24. Oktober 2003, 10:55 Uhr

Bei seinem ersten offiziellen Auftritt als neuer Coach beim Hamburger SV machte Klaus Toppmöller deutlich, dass er noch viel vor hat. "Der HSV soll wieder an die glorreichen Zeiten wie damals mit Uwe Seeler anknüpfen."

Klaus Toppmöller freute sich auf seine bevorstehende Aufgabe als neuer Trainer von Bundesligist Hamburger SV. Bei der Vorstellung am Donnerstag machte der 52-Jährige auch gleich deutlich, dass er keine kleinen Brötchen mit den Hamburgern backen will: "Ich will der Mannschaft wieder neues Leben einhauchen und werde alles Menschenmögliche dafür tun", sagte Toppmöller. "Langfristig soll der HSV wieder an die glorreichen Zeiten wie damals mit Uwe Seeler anknüpfen können."

Toppmöller, der am Donnerstagnachmittag unter den Augen von 1000 Zuschauern, 40 Journalisten und des gesamten Vereinsvorstandes seine erste rund 85-minütige Trainingseinheit abhielt, war zuletzt bis zum 16. Februar 2003 für Bayer Leverkusen tätig gewesen. Die Rheinländer hatte er in der Saison 2001/2002 zur Vizemeisterschaft und jeweils bis ins Endspiel des DFB-Pokals und der Champions League geführt.

Vertrag bis 2005 mit Option auf weiteres Jahr

Toppmöller tritt die Nachfolge von Kurt Jara an, der am Mittwochabend vom HSV-Vorstand beurlaubt worden war. Zunächst unterschrieb er bei den Hanseaten bis zum 30. Juni 2005, danach hat der Klub eine Option für ein weiteres Jahr.

Als seinen Assistenten bringt der "Trainer des Jahres 2002", der am kommenden Samstag gegen Schalke 04 erstmals auf der HSV-Bank Platz nehmen wird, Ex-Profi Werner Melzer mit nach Hamburg. Nach Eintracht Frankfurt, dem VfL Bochum und Leverkusen ist der Traditionsklub Toppmöllers vierte Trainerstation in Deutschlands höchster Spielklasse.

Der neue Coach appellierte an den Zusammenhalt des Teams: "Ich hoffe, die Mannschaft und die Fans ziehen von Beginn an mit. Namen spielen bei mir keine Rolle. Ich stelle knallhart nach Leistung auf. Jeder bekommt eine faire Chance", erklärte der neue Trainer, der seine Fühler bereits nach einem neuen Torhüter ausgestreckt hat: "Am Samstag bekommt Stefan Wächter seine Chance. Aber wir haben schon abgesprochen, dass wir vielleicht noch etwas auf Leihbasis machen werden. Ich habe schon Kontakte geknüpft."

HSV entschuldigt sich bei Ex-Coach Jara

Die HSV-Führung entschuldigte sich unterdessen bei Ex-Trainer Jara, der Mannschaft und den Medienvertretern für die nach dem Spiel in Kaiserslautern (0:4) und zu Wochenbeginn getätigten Aussagen. "Am Sonntag haben wir hinter diesen Worten gestanden. Danach haben sich neue Eindrücke ergeben. Es war sicher keine Meisterleistung. Aber wir haben unsere Glaubwürdigkeit im Sinne des Vereins gefährdet", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer, der Jara nach der 0:4-Niederlage in der Pfalz ebenso wie Klubboss Bernd Hoffmann noch sein Vertrauen ausgesprochen hatte

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