Hertha hält an Stevens fest

21. Oktober 2003, 11:41 Uhr

Huub Stevens erhielt von Hertha BSC eine "Galgenfrist" von zwei Spielen. Mit einer Erfolgsserie gegen Rostock soll der Niederländer die Hertha in Bundesliga und DFB-Pokal wieder auf Erfolgskurs bringen.

Huub Stevens sitzt bei Hertha BSC Berlin nicht fest im Sattel, aber er sitzt. Der Tabellenletzte gibt dem niederländischen Trainer in den kommenden beiden Spielen in Meisterschaft und DFB-Pokal jeweils bei Hansa Rostock noch die Chance, die sportliche Talfahrt zu stoppen. Das erklärte Hertha-Manager Dieter Hoeneß am Montagabend auf einer Pressekonferenz statt, die erstmals in der Vereinsgeschichte live im Fernsehen (N24) übertragen wurde.

"Wir sind überzeugt von Huub Stevens"

"Wir sind einstimmig zu der Entscheidung gekommen, dass wir mit Huub Stevens weiterarbeiten werden. Wir sind zu dieser Entscheidung gekommen, weil wir überzeugt sind von Huub Stevens", erklärte Hoeneß. "Allerdings müssen wir der momentanen Situation Rechnung tragen. Wir liegen deutlich hinter unseren Erwartungen und die Situation wird immer bedrohlicher. Ich habe mich gestern mit Huub Stevens ausführlich unterhalten, und wir haben uns darauf verständigt, dass die Fortsetzung der Arbeit von zwei Erfolgen in den nächsten Spielen abhängt."

Stevens war vor allem wichtig, "dass auch die Spieler dahinter stehen", was Hoeneß nach Gesprächen mit der Mannschaft bestätigte. Der Trainer kündigte an: "Huub Stevens kämpft weiter - für Hertha BSC."

Letzte Rückendeckung?

Am Nachmittag hatte Stevens das Training geleitet, als sei nichts geschehen. Am Abend erhielt der 49-Jährige, dessen Entlassung nach der 1:4-Heimpleite gegen Bayer Leverkusen noch unabwendbar schien, die möglicherweise letzte Rückendeckung seines Arbeitgebers. Präsidium, Aufsichtsrat und Manager Dieter Hoeneß hatten zuvor über eine mögliche Trennung von Stevens diskutiert. Vor allem Hoeneß hatte sich immer wieder vehement für eine Weiterbeschäftigung des früheren Schalker Erfolgscoaches eingesetzt, der bislang die hohen Erwartungen in der Hauptstadt nicht erfüllte.

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