Er ist gerade mal knapp zwei Monate in Bochum und hat es nicht leicht. Bochums Brasilianer Edu, 21 Jahre jung, kämpft an zwei Fronten, um sich in der Bundesliga durchzubeißen.

VFL BOCHUM - Edu bietet sich an

gp
13. Oktober 2003, 10:27 Uhr

Er ist gerade mal knapp zwei Monate in Bochum und hat es nicht leicht. Bochums Brasilianer Edu, 21 Jahre jung, kämpft an zwei Fronten, um sich in der Bundesliga durchzubeißen.

Er ist gerade mal knapp zwei Monate in Bochum und hat es nicht leicht. Bochums Brasilianer Edu, 21 Jahre jung, kämpft an zwei Fronten, um sich in der Bundesliga durchzubeißen.

Zum einen auf dem Rasen, zum anderen in der Sprachschule, in der er mehrmals wöchentlich an seinen Deutsch-Kenntnissen arbeitet. Fußballerisch ging noch nicht viel. In der Oberliga darf er die dringend benötigte Spielpraxis sich nicht aneignen. Die Nachwuchsrunde spielt zu selten und Freundschaftsspiele der Profis sind während der Saison äußerst rar. Da war für Edu das Spiel gegen Arminia Bielefeld ein Geschenk ds Himmels. Neururer: "Gegen einen starken Gegner konnte er erstmals auf Bundesliga-Niveau zeigen, was er kann."

Und Edu machte seine Sache mehr als ordentlich. Unterliefen ihm im ersten Abschnitt unbedrängt in der Spielöffnung noch zwei, drei dicke Abspielfehler, so steigerte er sich mit zunehmender Spielzeit in der Innenverteidigung und bewies auch seine Qualitäten im Spiel nach vorne. Neururer: "Wenn er auch nur ein wenig Platz hat, ist er ein überragender Kopfballspieler mit gutem Timing. Außerdem gewinnt er fast jeden Zweikampf." Aber natürlich hat der Youngster noch Defizite. Der Trainer spricht die deutlich an: "Er muss sprachlich an sich arbeiten, denn gerade bei der Übergabe in der Viererkette oder beim Abseitsstellen kommt es auf die Kommunikation mit seinen Kollegen an."

Die stützen ihren jungen Kollegen, sparen aber auch nicht mit Kritik. Dariusz Wosz: "Am Anfang hatte er doch Probleme, aber man hat gemerkt, dass ihm das Freistoß-Tor unheimlich viel Sicherheit gegeben hat." Und auch Routinier Sören Colding ist sicher: "Der weiß noch gar nicht, was er kann. Aber es ist noch ein gewaltiger Unterschied zwischen einem Freundschafts- und einem Bundesligaspiel."

Immerhin wird klarer, warum der VfL den jungen Brasilianer in den Kader aufgenommen hat. Und es spricht viel dafür, dass nach dem kostenlosen Ausleihen in dieser Saison in der nächsten Spielzeit eine Verpflichtung folgt. Was sagte Peter Neururer doch über den Brasilianer: "Er ist ein fußballerischer Rohdiamant!"

Autor: gp

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