Die beiden Streithähne Werder Bremen und Schalke 04 kommen nicht zur Ruhe. Die Diskussion über den Transfer von Mladen Krstajic und Aitlon sorgt immer noch für hohe Wellen. Nun ist die zweite Runde eröffnet.

Streit zwischen Bremen und Schalke spitzt sich zu

12. Oktober 2003, 12:54 Uhr

Die beiden Streithähne Werder Bremen und Schalke 04 kommen nicht zur Ruhe. Die Diskussion über den Transfer von Mladen Krstajic und Aitlon sorgt immer noch für hohe Wellen. Nun ist die zweite Runde eröffnet.

Der Zoff zwischen Rudi Assauer und seinem Ex-Klub Werder Bremen geht in die nächste Runde: Der Manager von Schalke 04 hat Angriffe wegen der Verpflichtung von Ailton und Mladen Krstajic vom Erstliga-Spitzenreiter aus Bremen vehement zurückgewiesen. "Ich habe keine Verbrechen begangen und niemandem etwas gestohlen", erklärte Assauer bei einem PR-Termin in Hamburg.

Spekulationen über die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) wegen der Transfers sieht der Ex-Profi derzeit gelassen: "In einem offiziellen Streitfall müsste ich die Wahrheit sagen, und die wäre für einige in Bremen schlecht und würde für große Hektik bei Werder sorgen." Momentan allerdings würde er auch Bremens Aufsichtsrats-Chef Franz Böhmert zuliebe nichts sagen.

Allerdings hat der ehemalige Werder-Profi Assauer persönlich große Probleme damit, dass seine 30-jährige Freundschaft zu Böhmert zu zerbrechen droht. "Franz ist schon lange raus aus dem operativen Geschäft. Er weiß nicht, mit welch harten Bandagen heute auf dem Markt gekämpft wird. Ich verstehe ja auch seine Enttäuschung. Am Telefon schrie er mich an: "Du hast mein Lebenswerk zerstört." Das waren schon harte Worte. Ich werde alles dransetzen, dass wir so schnell wie möglich wieder zusammenkommen", sagte Assauer in der Bild am Sonntag.

Assauer: "Bremen hat geschlafen"

Der Schalke-Macher warf allerdings den Bremern vor, bei den Vertragsverlängerungen mit Ailton und Krstajic schlichtweg geschlafen zu haben. Die Wahrheit in dieser Angelegenheit sei nicht gut für Bremen, sagte Assauer im Telefon-Gespräch im DSF-"Doppelpass". Der Bremer Vorstandsvorsitzende Jürgen L. Born entgegnete im Interview des Spartensenders: "Geld regiert die Welt. Wir haben nicht geschlafen. Es gab allerdings wirtschaftliche Grenzen, an die wir herangegangen sind." Er berichtete vom Besuch Assauers beim Werder-Heimspiel gegen Wolfsburg. Damals habe der Schalker Manager mit keinem Wort erwähnt, mit Ailton und Krstajic Kontakt aufgenommen zu haben.

Assauer in der "BamS": "Der Coup mit Ailton und Krstajic kam für uns aus heiterem Himmel. Die Berater wandten sich an uns, weil Werder die Spieler immer wieder vertröstet hatte. Bei Ailton sind nach meinem Wissen sechs Gesprächsrunden ergebnislos verlaufen. Da sind wir eingestiegen und haben die Fälle ruck-zuck gelöst. Vor der Vertragsunterschrift haben wir Bremen informiert - so läuft nun mal das Geschäft."

Keine "Irrsinnssumme" für Ailton "auf Schalke"

Dagegen machte Born deutlich, dass sie die Offerte für Ailton möglicherweise noch etwas aufgestockt hätten, wenn sie gewusst hätten, dass Krstajic zu Schalke wechselt. Da die Verhandlungen mit den beiden Noch-Bremern allerdings offenbar parallel liefen, fühlen sie sich von den Königsblauen hintergangen. Assauer dementierte das in der Öffentlichkeit diskutierte Ailton-Gehalt "auf Schalke": "Wir zahlen nicht die Irrsinnssumme von 4 Millionen Euro."

Sollte die DFL tatsächlich Ermittlungen gegen die Könisgblauen aufnehmen, wozu ein Antrag aus Bremen notwendig wäre, droht Schalke eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro. Für die Verhängung eines Strafmaßes müsste die DFL im Laufe des Verfahrens zu dem Schluss gelangen, dass die Schalker "unseriöses Verhalten" an den Tag gelegt hätten. Laut DFL-Statuten muss ein Verein von der werbenden Konkurrenz über etwaige Gespräche mit seinen Spielern informiert werden, wenn konkret über Geld und Vertragslänge gesprochen wird.

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