Duell der Überraschungsteams am siebten Spieltag

jso
27. September 2003, 17:19 Uhr

Vor der Saison hätten die wenigsten Experten den VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen an der Tabellenspitze gesehen. Doch wenn beide Teams heute aufeinander treffen heißt es: Der Tabellen-Vierte empfängt den Zweiten.

Heute ab 15:30 Uhr rollt der Ball wieder in den Bundesliga-Stadien. Der siebte Spieltag steht auf dem Programm. Dabei gibt es einige interessante Begegnungen: Neben der Top-Partie des Tabellen-Zweiten Bayer Leverkusen beim Vierten VfL Wolfsburg, steht vor allem der erste Auftritt des neuen Gladbacher Chefcoaches Holger Fach im Mittelpunkt des Interesses.

Fach: "Die Stimmung ist gut und die Mannschaft absolut intakt."

"Die Stimmung ist gut und die Mannschaft absolut intakt. Auch wenn natürlich bei uns keine euphorisch gute Stimmung herrscht nach den letzten Resultaten. Aber wir haben konzentriert und intensiv gearbeitet", erklärte Fach vor der Partie gegen den VfL Bochum. Nach den Turbulenzen der vergangenen Woche mit der Entlassung von Ewald Lienen und der darauf folgenden Auseinandersetzung zwischen dem Ex-Coach und Sportdirektor Christian Hochstätter peilt Fach den ersten Sieg nach vier Pleiten in Folge an, um die Lage am Bökelberg zu beruhigen: "Ich halte nichts von populistischen Aktionen. Wichtig ist nur, dass wir gewinnen."

Dieses Ziel verfolgt allerdings auch Bochums Trainer Peter Neururer, der die Ablösung Lienens beim fünfmaligen Meister scharf kritisierte. "Die Art und Weise wie der Wechsel in die Wege geleitet und durchgezogen wurde, halte ich für geradezu pervers", sagte Neururer. Besonders die Umstände von Fachs schneller Rückkehr vom Regionalligisten Rot-Weiß Essen, den er nur drei Spieltage lang betreut hatte, stoßen bei Neururer auf Unverständnis.

Wolfsburg und Leverkusen wollen sich oben festsetzen

Mit derartigen Problemen müssen sich die Verantwortlichen der Überraschungs-Teams aus Wolfsburg und Leverkusen nicht befassen. Beide Klubs wollen sich mit einem Erfolg in der Spitzengruppe der Tabelle festsetzen. "Wir haben uns weiter entwickelt und uns selbst da hingebracht, wo wir jetzt stehen. Jetzt muss der nächste Schritt kommen. Wir müssen uns behaupten, was nicht einfach wird", sagte VfL-Coach Jürgen Röber.

Sein Kollege Klaus Augenthaler vertraut auf dieselbe Elf, die am vergangen Samstag einen Punkt bei Meister Bayern München (3:3) holte und will mit seinem Team zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte in Wolfsburg gewinnen. "Wir wissen natürlich, dass der VfL eine sehr offensivstarke Mannschaft hat. Aber darauf sind wir vorbereitet. Ich glaube auch kaum, dass der VfL-Angriff besser ist als der Bayern-Sturm", meinte der Trainer.

Kölns Trainer Funkel schon unter Druck

Während Augenthaler nach den Erfolgen zu Saisonbeginn die kommenden Aufgaben gelassen angehen kann, steht Coach Friedhelm Funkel vom rheinischen Rivalen 1. FC Köln nach fünf Niederlagen bereits gehörig unter Druck. Sollte das Heimspiel gegen Werder Bremen erneut verloren gehen, dürfte trotz allen Beteuerungen der Verantwortlichen die Luft für den Trainer in der Domstadt sehr dünn werden. Dennoch demonstriert Funkel weiter Selbstbewusstsein: "Wir steigen nicht ab. Die Mannschaft wird sich gegen Bremen den Arsch aufreißen."

Tatsache ist allerdings, dass die Abwehr des Traditionsklubs Bundesliga-Ansprüchen im Moment nur schwer gerecht wird. Funkel betont dagegen immer wieder die "intakte Moral und das Zusammengehörigkeitsgefühl" der Mannschaft: "Wir können da jetzt nur gemeinsam rauskommen." Mustafa Dogan soll gegen Bremen für mehr Stabilität in der Abwehr sorgen. Der Defensivstratege wurde verletzungsbedingt wochenlang schmerzlich vermisst.

Die weiteren Spiele am heutigen Samstag:

1. FC Kaiserslautern - Hannover 96, Hansa Rostock - Bayern München, 1860 München - VfB Stuttgart, Borussia Dortmund - SC Freiburg (alle 15:30 Uhr).

Autor: jso

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