Er war der erste Gast beim Premiere Feld-Reporter und später das Objekt der Begierde der großen Traube schreibender Journalisten. Dabei war Eduard Glieder gestern überhaupt nicht aufgefallen.

SCHALKE 04 - Warum der Glieder Edi nicht auf die Fans hört

hb
15. September 2003, 13:11 Uhr

Er war der erste Gast beim Premiere Feld-Reporter und später das Objekt der Begierde der großen Traube schreibender Journalisten. Dabei war Eduard Glieder gestern überhaupt nicht aufgefallen.

Er war der erste Gast beim Premiere Feld-Reporter und später das Objekt der Begierde der großen Traube schreibender Journalisten. Dabei war Eduard Glieder gestern überhaupt nicht aufgefallen. Nach 76 Minuten kam er für den ausgepumpten Ebbe Sand, war vielleicht vier Mal am Ball und verzeichnete dabei keinen Torschuss. "Ich wäre gerne etwas früher rein gekommen", gab der sympathische Österreicher zu.

Warum dies nicht geschah, erklärte Jupp Heynckes. "Gegen eine Spitzen-Mannschaft aus der Bundesliga, wie sie der VfB Stuttgart nun einmal ist, ist es doch klar, dass man erst auf seine bewährten Stürmer setzt", betonte der S04-Chef-Coach. Glieder hatte von seiner Nicht-Berücksichtigung am Freitagabend im Trainingslager in Billerbeck erfahren. "Das hat der Trainer so entschieden, ich habe das zu akzeptieren", reagierte Glieder professionell. Aber: "Insgeheim hatte ich schon darauf spekuliert, anzufangen."

Die zunächst zarten und später lauteren Forderungen aus der Nordkurve - "Wir wollen den Edi sehen" - hatte Glieder "gar nicht mitbekommen". Als Co-Trainer Eddy Achterberg ihn dann schließlich heran winkte, war der "Ösi-Bomber" bereit. "Besonders unter Druck habe ich mich nicht gefühlt. In Österreich spielst du zwar vor zehn Prozent der Zuschauer wie hier in der Arena, aber im Rampenlicht stehst du als Bundesliga-Spieler trotzdem", gab sich Glieder nach dem Abpfiff gelassen.

Dass er mit seinen neuen Sturmpartnern auf Anhieb noch nicht richtig harmonieren konnte, war klar. "Zum Zusammenspiel mit Edi Glieder kann ich nichts sagen. Ich habe ja mit ihm noch keine Minute zusammen trainiert", muss Ebbe Sand, der nach seiner Rückkehr aus Dänemark am Donnerstag mit den anderen Nationalspielern trainierte und am Freitag frei hatte, den 34-Jährigen auf dem Platz erst noch kennen lernen. "Spielerisch lief es noch nicht so, der letzte Pass hat gefehlt", bemerkte Glieder. "Bei einer Flanke von Alcides stand ich ganz frei, aber der Ball kam nicht an."

Was ankommen wird, und zwar in den nächsten Tagen in Linz, ist ein Präsent für seinen Sohnemann. Das erste verschwitzte S04-Trikot hat Glieder für seinen achtjährigen Filius Markus vorgesehen.

Autor: hb

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