Nach dem Verpassen der Champions-League steht Borussia Dortmund finanziell besonders unter Druck. Der Sport-Informationsdienst (sid) sprach mit Dortmunds Manager Michael Meier über den geplanten Gehaltsverzicht.

Meier: "Wir sind nicht weit vom Ziel entfernt"

14. September 2003, 11:32 Uhr

Nach dem Verpassen der Champions-League steht Borussia Dortmund finanziell besonders unter Druck. Der Sport-Informationsdienst (sid) sprach mit Dortmunds Manager Michael Meier über den geplanten Gehaltsverzicht.

Finanziell steht Borussia Dortmund nach dem Verpassen der Champions-League extrem unter Druck. Jetzt plant der Deutsche Meister von 2001 sogar erstmals einen Gehaltsverzicht seiner Profis. Dortmunds Manager Michael Meier sprach im Interview mit dem Sport-Informationsdienst (sid) über die aktuelle Situation.

sid: "Herr Meier, Borussia Dortmund hat nach den Diskussionen der vergangenen Wochen um das Champions-League-Aus, Gehaltsverzicht und Verletzungssorgen einen glücklichen 2:1-Sieg gegen Werder Bremen gefeiert. Wie groß ist die Erleichterung bei Ihnen?"

Michael Meier: "Das war mit Sicherheit ein hartes Stück Arbeit. Aber die Mannschaft hat wieder einmal bewiesen, dass sie in der Lage ist, Druck in positive Energie umzusetzen. Das war heute die richtige Antwort auf die Gehaltsdiskussion."

sid: "Glauben Sie, dass das Gerede darüber durch den Erfolg in den Hintergrund gedrängt werden kann?"

Meier: "In den letzten Wochen ist ein verzerrtes Bild von Borussia Dortmund entstanden, und ein verzerrtes Bild darüber, was intern passiert ist."

sid: "Ist denn eine Einigung mit den Spielern schon absehbar?"

Meier: "Wir müssen noch mit einigen reden, die tagelang bei der Nationalmannschaft waren, aber wir sind nicht weit vom Ziel entfernt."

sid: "Nach dem 0:1 im letzten Bundesliga-Spiel vor der zweiwöchigen Pause beim 1. FC Köln haben sie gedroht, der Mannschaft die Arroganz auszutreiben und die Siegermentalität notfalls reinzuprügeln. Hat sich die Gehaltsdiskussion in dieser Hinsicht sogar als nützlich erwiesen?"

Meier: "Wir als Führung haben die Aufgabe, die Mannschaft zu überzeugen, dass dieses Verlagern von garantierten in leistungsbezogene Bezüge hilfreich ist. Wir werden eine Lösung finden, dass die Mannschaft enger zusammenrückt. Das hat sich gegen Bremen auch schon gezeigt. Wir bekämpfen hier keine Charakter-, sondern lediglich eine Mentalitätsschwäche."

sid: "Sollten die Gespräche mit den Spielern erfolgreich enden, hätte die Borussia möglicherweise eine Vorreiterrolle für viele Bundesligisten übernommen."

Meier: "Das kann man sicher so sagen. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass Borussia Dortmund Pionierarbeit leistet"

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