VFL BOCHUM: Titanic versenkt

gp
01. September 2003, 17:15 Uhr

Er wuchtete den schweren Metallkoffer hinter sich her, zog ein Gesicht, als würde die Titanic sinken.

Er wuchtete den schweren Metallkoffer hinter sich her, zog ein Gesicht, als würde die Titanic sinken. Bochums Kapitän Sören Colding ging als einer der letzten Akteure an Bord des Mannschaftsbusses. Bei allem Frust über seine Kollegen wahrte der Däne in der Stunde der bitteren Enttäuschung aber Ruhe und Stil. Colding: "So etwas ist im Pokal leider immer möglich." Doch keine Spur von irgendwelchen Ausreden kam ihm über die Lippen: "Unsere Vorstellung war erschreckend, das war einfach zu wenig. Ich bin maßlos enttäuscht." Mit Herzblut hatte der Routinier die rechte Außenbahn beackert, geflucht und den Ball gefordert, um zu retten was an diesem Tag nicht zu retten war. Kaum zu glauben, dass so eine Leistung nicht einmal auf den einen oder anderen "Versager" abfärbt. Colding aber wollte dies so nicht sagen, stellte aber fest: "Natürlich gibt es für so eine Niederlage auch eine Erklärung. Aber dazu sollte man uns jetzt erstmal ein paar Tage Zeit lassen." Übersetzt man diese Worte, dann heißt das nichts anderes, als dass über dieses Spiel intern - ohne Mikrofone und TV-Kameras - schonungslos Tacheles geredet werden muss. Denn Colding ist nicht verborgen geblieben, dass das Leistungsgefälle in der Mannschaft so gravierend war, dass die Ausfälle nicht mehr zu kompensieren waren. Colding: "Wir haben als Team verloren." So musste in der Wirklichkeit jeder Fan feststellen, dass der VfL gestern alles vermittelte, nur nicht eine homogene Mannschaft zu sein.

Autor: gp

Kommentieren