Die Vereinsführung des Bundesligisten Borussia Dortmund will ihren Spielern nach dem Scheitern in der Champions-League-Quali das Gehalt kürzen. Auch Notverkäufe sind nicht ausgeschlossen.

BVB-Stars sollen auf Gehalt verzichten

er
30. August 2003, 18:06 Uhr

Die Vereinsführung des Bundesligisten Borussia Dortmund will ihren Spielern nach dem Scheitern in der Champions-League-Quali das Gehalt kürzen. Auch Notverkäufe sind nicht ausgeschlossen.

In einer Krisensitzung am Freitag legte die Vereinsführung des Bundesligisten Borussia Dortmund seinen Profis nahe, nach dem Scheitern in der Champions-League-Qualifikation auf 20 Prozent ihrer Gehälter zu verzichten. Die Gelder sollen eingefroren und bei sportlichem Erfolg unter anderem im UEFA-Pokal zum Saisonende ausgezahlt werden. Damit könnten die entgangenen Einnahmen von rund 15 Millionen Euro aus der "Königsklasse" aufgefangen werden.

Spieler zeigen wenig Bereitschaft

Die Vorschläge der Klub-Verantwortlichen sind jedoch auf kollektive Ablehnung gestoßen. Angeblich sollen die Spieler der BVB-Führung in einer hitzigen Diskussion sogar fahrlässige sportliche Versäumnisse und wirtschaftliche Fehlkalkulation vorgeworfen haben. Man lasse sich nicht "die Pistole auf die Brust setzen", zitierte die Westfälische Rundschau aus Teilnehmerkreisen.

Da sich den Borussen juristisch keine Möglichkeit bietet, Gehaltskürzungen durchzusetzen, sind so genannte Notverkäufe nicht ausgeschlossen. Konkretes Interesse von ausländischen Klubs wie Real Madrid oder Manchester United besteht derzeit nur an Nationalspieler Christoph Metzelder. Dazu Sportdirektor Michael Zorc: "Wir werden nicht die Initiative ergreifen. Es gibt kein konkretes Angebot."BVB-Chef Niebaum hatte Verkäufe von Leistungsträgern noch am Donnerstag ausgeschlossen.

Meier: Das ist ein Hilfsmittel"

In der Welt am Sonntag rechtfertige Manager Michael Meier die Forderung nach Gehaltskürzungen: "Das ist ein Hilfsmittel, um das Bewusstsein der Spieler zu schärfen und um einen Verlust von etwa zehn Millionen Euro zu kompensieren. Das geht nur im Konsens. Es ist auch eine moralische Frage. Wir sagen den Spielern: Lasst uns nicht allein mit dem Desaster, das angerichtet worden ist."

Autor: er

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