Scherz entscheidet rheinisches Derby

ac
04. August 2003, 12:01 Uhr

Mit einem 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Köln ist Borussia Mönchengladbach in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Das einzige Tor auf dem Bökelberg ging dabei allerdings auf das Konto des Kölners Matthias Scherz.

Borussia Mönchengladbach hat dem 1. FC Köln die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga verdorben. Bei der 0:1 (0:0)-Auftaktniederlage der "Geißböcke" entschieden eine Rote Karte für FC-Verteidiger Moses Sichone nach einem Foul an Marcel Ketelaer (61.) und ein Eigentor des Kölners Matthias Scherz nur eine Minute später den Klassiker auf dem Gladbacher Bökelberg, den der Aufsteiger aus der Domstadt zuvor klar beherrscht hatte.

Im 69. Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Köln kamen der ehemalige FC-Coach Ewald Lienen und seine Borussen zum 38. Sieg, der allerdings lange vollkommen ungewiss war. Denn die Elf von Lienens Gegenüber Friedhelm Funkel bestimmte mit ihren sechs Neuzugänge vor 34.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena eindeutig das Geschehen, während die zweitstärkste Heimmannschaft der vergangenen Erstliga-Saison über weite Strecken den Beweis ihrer Klasse schuldig blieb.

Nachdem Ketelaer in der fünften Minute Kölns Torwart Stefan Wessels zu seiner ersten Parade gezwungen hatte, spielten nur noch die Gäste. Marius Ebbers, Neuzugang vom MSV Duisburg, scheiterte in der 14. Minute mit einem Kopfball an der Querlatte und vergab nur elf Minuten später eine hervorragende Chance. Acht Minuten vor der Pause musste Jeff Strasser für Gladbachs schon geschlagenen Torwart Jörg Stiel auf der Linie gegen Christian Springer retten. Eine Minute vor der Halbzeit besaß Andrej Woronin eine weitere Großchance, die aber auch nicht zum gewünschten Erfolg führte.

Funkel hatte seine Mannschaft zur Rückkehr in die Eliteliga optimal vorbereitet, alle sechs Neuverpflichtungen standen in der Anfangsformation und sorgten auf dem Bökelberg nicht nur im ersten Durchgang für mächtig Druck. Nachdem Springer in der 52. Minute mit einer weiteren Großchance gescheitert war, sorgte die Rote Karte gegen Sichone für die Wende.

Kölner Sichone sieht Rot

Sichone foulte Ketelaer und wurde von Schiedsrichter Markus Merk (Kaiserslautern) völlig zu Recht vom Platz gestellt. Zu allem Überfluss lenkte der maßlos enttäuschende Scherz den fälligen Freistoß von Ketelaer unglücklich per Kopf über die Torlinie und warf damit das Konzept von Funkel über den Haufen. Doch auch dezimiert spielte der Aufsteiger weiter engagiert mit, besaß in der Offensive aber nicht mehr die erforderliche Durchschlagskraft.

Autor: ac

Kommentieren