Borussia Dortmund wird mit großer Wahrscheinlichkeit seinen Weltklassetorhüter Jens Lehmann an Arsenal London verlieren.

BVB: Ablösesumme umstritten, ansonsten ist klar: Jens Lehmann reif für die Insel:

raka
25. Juli 2003, 14:50 Uhr

Borussia Dortmund wird mit großer Wahrscheinlichkeit seinen Weltklassetorhüter Jens Lehmann an Arsenal London verlieren. "Es ist der ausdrückliche Wunsch des Spielers, der diese sich ihm bietende Möglichkeit wahrnehmen will", erläutert Michael Zorc den möglichen Abschied des 33-Jährigen.

Borussia Dortmund wird mit großer Wahrscheinlichkeit seinen Weltklassetorhüter Jens Lehmann an Arsenal London verlieren. "Es ist der ausdrückliche Wunsch des Spielers, der diese sich ihm bietende Möglichkeit wahrnehmen will", erläutert Michael Zorc den möglichen Abschied des 33-Jährigen. Die Entscheidung wurde am Mittwoch jedoch noch einmal vertagt. Der Betroffene erklärte am späten Nachmittag: "Die Borussen haben mich heute nicht kontaktiert. Es gibt nichts neues zu vermelden." Die dahin bekannten Fakten sind dagegen eindeutig: Die Engländer bieten für Jens Lehmann 2,1 Millionen Euro Ablösesumme, der BVB verlang 3,5 Millionen Euro.
Wenig angetan von dem geplanten Wechsel seiner Nummer eins ist Matthias Sammer, dennoch zeigt er persönliches Verständnis: "Jens hat sich so geäußert. Es ist klar, dass man sich Gedanken macht, wenn ein Angebot von Arsenal kommt. Zumal er schon einmal im Ausland war und dieses Gastspiel nur kurz andauerte. Die neue Gelegenheit will er am Schopfe packen." Nach außen hin bereitet ihm der eventuelle Abgang aber sportlich nur geringe Sorgen, weil er von Roman Weidenfeller fest überzeugt ist: "Das Vertrauen war schon vorher zu ihm vorhanden. Auf ihn kann ich mich zu hundert Prozent verlassen." Im gleichen Atemzug stellt er auch klar: "Die Entscheidung muss schnell fallen. Eine anhaltende Diskussion stört die Konzentration erheblich." Sollte sie zugunsten der Gunners ausfallen, kommt auf die Führungsetage weitere Arbeit zu. Gesucht wird dann eine neue Nummer zwei, die nicht aus den eigenen Reihen kommen wird. Matthias Sammer: "Wir können nicht mit einem Regionalligaspieler oder A-Jugendlichen auf dieser Position in die neue Saison gehen."
Der ehemalige Schalker hatte schon vor zwei Jahren angedeutet, dass er sich noch einmal fern der Heimat beweisen will: "Die britische Insel würde mich schon reizen." Weniger allerdings seine Frau Conny, "die mehr den Süden Europas, also Spanien oder Italien bevorzugt." Seinen Traum könnte er nun verwirklichen und das gleich bei einem der Ausnahmeklubs auf der Insel. Immerhin holten die Londoner vor Jahresfrist den Titel und mussten sich nach der letzten Saison nur knapp Manchester United geschlagen geben. Bedarf zwischen den Pfosten besteht bei Arsenal nach dem Wechsel von "Methusalem" David Seaman, der im September 40 Jahre alt wird, zu Manchester City.
Eine Freigabe durch den BVB erscheint sportlich kaum verständlich. Das Argument, dass Jens Lehmann am Ende der Saison ablösefrei wechseln kann, jetzt aber immerhin noch 3,5 Millionen Euro einbringt, verliert an Gewicht, wenn der Vergleich mit Torsten Frings herangezogen wird. Für den Ex-Bremer blätterten die Borussen stolze 9,5 Millionen Euro auf den Tisch, nur um ihn ein Jahr früher zu verpflichten, denn der Vertrag des Nationalspielers wäre in diesem Sommer ohnehin ausgelaufen. Da stimmen die Relationen nicht. Oder muss der Klub tatsächlich den unbedingten Sparkurs fahren. Wie merkte Lehmann an: "Ich gehöre nicht zu den billigen Spielern." Aber sein Gehalt war er zumindest in den letzten 24 Monaten auf jeden Fall wert.

Autor: raka

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