Jens Lehmanns Wechsel zu Arsenal London ist nur noch eine Frage der Ablösesumme.

Lehmann vor dem Sprung auf die Insel

ar
23. Juli 2003, 21:48 Uhr

Jens Lehmanns Wechsel zu Arsenal London ist nur noch eine Frage der Ablösesumme. "Im Moment gibt es noch keine Einigung", so Sportdirektor Michael Zorc. Ein Nachfolger für Lehmann ist indes noch nicht in Sicht.

Nach 329 Bundesliga-Spielen sitzt Jens Lehmann praktisch schon im Flugzeug nach England. Der Wechsel des Nationaltorhüters vom Bundesligisten Borussia Dortmund zum englischen Vizemeister Arsenal London ist nur noch einer Frage der Ablösesumme. "Im Moment gibt es noch keine Einigung", bestätigte Sportdirektor Michael Zorc. Die Londoner sollen ihr Angebot von 2,1 Millionen Euro inzwischen erhöht haben. Die Westfalen verlangen jedoch vier Millionen, eine kurzfristige Einigung scheint in Sicht.

Sammer will eine schnelle Entscheidung

"Es muss so schnell wie möglich eine Entscheidung her. Das wäre wichtig für Jens und auch für den Verein damit wieder Ruhe einkehrt", meinte Trainer Matthias Sammer nach dem Training am Mittwoch.

Der 33 Jahre alte Lehmann, der seine Bundesliga-Karriere mit der Roten Karte beim 1:0 im Liga-Pokal-Halbfinale am vergangenen Montag gegen den VfB Stuttgart beendet haben dürfte, hüllt sich jedoch weiterhin in Schweigen, deutete aber an: "Wenn ein Angebot eines solchen Vereins vorliegt, muss man seine Situation überdenken."

Für die Borussen ist es die letzte Chance, vor Ablauf des Vertrages im kommenden Jahr eine Ablöse für den Ex-Schalker zu erzielen. Stimmt das Geld, ist für den exzentrischen Keeper der Weg frei auf die Insel. Bei den "Gunners" in London soll Lehmann einen gutdotierten Vertrag bis 2006 unterschreiben und den ungeliebten und zu Manchester City abgewanderten David Seaman (39) ersetzen. Lehmann steht bei Arsenal auf der Wunschliste obenan, da Santiago Canizares vom FC Valencia wegen der horrenden Ablöse von rund 15 Millionen Euro nicht in Frage kommt.

Weidenfeller steht parat

Als Nummer eins in Dortmund steht Roman Weidenfeller parat, der Deutschlands Torhüter "1b" nach dessen Oberschenkelverletzung in den letzten acht Spielen der vergangenen Saison vertrat. Der Abschied des 16-maligen Nationaltorhüters würde Dortmund zudem ein Problem im kommenden Jahr ersparen. Denn fest steht: Bleibt Lehmann - auch über 2004 hinaus - geht das Supertalent Weidenfeller. Doch diese Situation ist derzeit unwahrscheinlich. Angeblich sehen sich die Borussen bereits nach einer neuen Nummer zwei um. Doch erfahrene Keeper, die sich mit der Reservebank begnügen, sind derzeit rar. Der arbeitslose Georg Koch oder Claus Reitmaier spielen in den Überlegungen offenbar keine Rolle.

Durch die Kreuzbandrisse von Torsten Frings und Evanilson sowie den bevorstehenden Abschied von Lehmann ist das Personal-Karussell beim sechsmaligen Meister plötzlich in Schwung gekommen. Gesucht wird unter anderem eine Lösung auf der rechten Mittelfeldseite.

Conceicao beim BVB im Gespräch

Kandidat neben dem Ex-Borussen Steffen Freund (Tottenham Hotspur) ist der 58-malige brasilianische Nationalspieler Flavio Conceicao von Real Madrid. Der 29-Jährige mit spanischem Pass soll ausgeliehen werden. Dazu Zorc: "Er muss wohl David Beckham weichen." Conceicao spielte eine gute Rückrunde bei den "Königlichen" und drängte den argentinischen Konkurrenten Esteban Cambiasso aus der Mannschaft. Zorc weiter: "Wir müssen zwar schnell handeln, weil die Saisonvorbereitung weit fortgeschritten ist, werden aber keine Panikkäufe tätigen."

Autor: ar

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