Auf Schalke gibt es mal wieder Ärger um Emile Mpenza.

SCHALKE 04 - "Countdown" für Mpenza läuft

hb
14. Juli 2003, 09:03 Uhr

Auf Schalke gibt es mal wieder Ärger um Emile Mpenza.

Auf Schalke gibt es mal wieder Ärger um Emile Mpenza. Während sich der größte Teil des S04-Kaders seit dem ersten Trainingstag unter dem neuen Coach Jupp Heynckes förmlich den Hintern aufreißt, um einen positiven Eindruck zu hinterlassen, scheint der Belgier die Zeichen der Zeit nicht ganz begriffen zu haben. In den bisherigen sechs Testspielen deutete Mpenza nicht einmal seine großen Fähigkeiten an und hinterließ bei den Beobachtern große Ratlosigkeit.

Heynckes hält zwar unheimlich viel von Mpenza, vergibt aber auch bei der mit umgerechnet 8,7 Millionen Ablöse immer noch teuersten Schalker Verpflichtung keine Erbhöfe. "Wenn er motiviert und in guter physischer Verfassung ist, dann ist er ein Top-Stürmer. Emile muss aber selbst dazu bereit sein. Dann glaube ich, dass er an die Leistungen von vor zwei Jahren anknüpfen kann", hat der 58-Jährige erkannt, dass bei Mpenza zwischen vorhandenem Potenzial und gezeigtem Engagement Welten liegen.

Auch Rudi Assauer hat die Faxen mit dem "Sorgenkind" dicke. "Jupp Heynckes und ich haben mit Emile eine Vereinbarung. In den nächsten drei, vier Monaten wollen wir von ihm Dinge sehen, die sich außerhalb des Platzes abspielen", teilt der Manager mit. Zwar würde es Assauer "weh tun, wenn wir ihn nicht wieder da hin kriegen würden, wo er einmal war", aber: "Es gibt nicht mehr viele Fristen, sein Vertrag läuft im nächsten Jahr aus. Der Countdown läuft!"

Mpenza steht also ab sofort unter verschärfter Beobachtung, spielt auf Bewährung. "Ich weiß, was Manager und Trainer von mir verlangen und werde alles dafür tun, dass sie wieder mit mir zufrieden sind", zeigt sich der Stürmer nach außen hin einsichtig.

Assauer dagegen weiß aus Erfahrung, dass er die treuen Bekenntnisse des Kraftpakets mit Vorsicht zu genießen hat. "Ich hatte in den letzten Jahren öfters den Eindruck, dass er verstanden hat, was wir von ihm erwarten. Da habe ich mich ein paar mal vertan", traut der 59-Jährige dem Braten nicht so recht und zieht gar eine zweite Karriere als Autor in Betracht: "Wenn ich alle Kapitel von Emile abdrucken müsste, könnte ich ein Buch darüber schreiben. Den Titel weiß ich allerdings noch nicht."

Die unendliche Geschichte wird das Werk nicht heißen: Mpenzas Kredit ist aufgebraucht, die Zukunft ungewiss. Bleibt der Nationalspieler frei von Beschwerden und läuft zu alter Form auf, winkt ein neuer Vertrag auf Schalke. Falls nicht, geht er womöglich mit seinen 25 Jahren als ewiges Talent in die Fußball-Geschichte an.

Autor: hb

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