Ein Penis-Foto und ein pöbelnder Priester, ein Eifel-Django und Soldaten in Windeln: Das Sportjahr 2008 lieferte nicht nur Bestleistungen, sondern auch Schlüpfriges, Schräges und Skurriles. Der größte Popularitätssprung des Jahres gelang wohl Sezgin Özhan. Der türkische Spieler des VfvB Ruhrort/Laar entblößte auf dem offiziellen Mannschaftsfoto breit grinsend sein bestes Stück und war plötzlich in den Zeitungen von Costa Rica bis Malaysia die große Nummer. Er wurde zehn Wochen gesperrt, schoss beim Comeback zwei Tore und flog vom Platz - weitere drei Wochen Zwangspause. Ein Star auf allen Videoportalen wurde auch Schiedsrichter Thomas Metzen.

Kuriositäten des Sportjahres 2008 - Entblößter Penis auf dem Mannschaftsfoto

Windelträger und fluchende Priester

Thomas Nowag
23. Dezember 2008, 15:21 Uhr

Ein Penis-Foto und ein pöbelnder Priester, ein Eifel-Django und Soldaten in Windeln: Das Sportjahr 2008 lieferte nicht nur Bestleistungen, sondern auch Schlüpfriges, Schräges und Skurriles. Der größte Popularitätssprung des Jahres gelang wohl Sezgin Özhan. Der türkische Spieler des VfvB Ruhrort/Laar entblößte auf dem offiziellen Mannschaftsfoto breit grinsend sein bestes Stück und war plötzlich in den Zeitungen von Costa Rica bis Malaysia die große Nummer. Er wurde zehn Wochen gesperrt, schoss beim Comeback zwei Tore und flog vom Platz - weitere drei Wochen Zwangspause. Ein Star auf allen Videoportalen wurde auch Schiedsrichter Thomas Metzen.

Weitgehend unbekannt, plötzlich im Fokus durch sein spektakuläres Doppel-Gelb im Zweitligaspiel zwischen dem FSV Mainz 05 und dem FC St. Pauli im Stile eines Revolverhelden. Der "Eifel-Django" nestelt an den Taschen und sorgte anschließend wahrscheinlich für ein Novum der Fußball-Geschichte. Der Deutsche Fußball-Bund war "not amused": "Er hat sich selbst und allen anderen Schiris geschadet."

Sich selbst geschadet haben wohl auch chinesische Soldaten. Spektakuläre Bilder von der Olympia-Eröffnungsfeier erfordern größere Opfer. Sieben Stunden lang mussten 900 Darsteller unter den Schriftzeichen in Kisten ausharren und trugen (mangels WC) Windeln. Überhaupt, China: War da irgendetwas echt? Falsche Sängerin, falsche Fußabdrücke, falsche Kinder und Playback. Perfekte Show, aber großer Schwindel. Gold holten Turnerinnen mit Milchzahn-Lücken und Figuren wie Grundschülerinnen. 16? Wer´s glaubt...

Ein anderer Sportler wollte seine Medaille erst gar nicht haben: Ara Abrahamian fühlte sich von der Jury um die Goldmedaille betrogen und schleuderte Bronze wütend auf die Ringermatte.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/009/658-10022_preview.jpeg [/imgbox]
Ein anderer Ausraster bewegte den Golfsport. US-Star John Daly fühlte sich von einem Zuschauer belästigt. Er entriss dem Fan die Kamera, warf sie auf den Boden, hob sie wieder auf und knallte sie schließlich gegen einen Baum. Sein Kommentar: "Ich bezahle eine neue."

Wütend war auch Plaxico Burress, aber wohl eher auf sich selbst. Der Star-Wide-Receiver der New York Giants schoss sich bei einem Ausflug in einen Nachtklub ins Bein - und hatte dann auch noch eine Klage wegen illegalen Waffenbesitzes am Hals.

Der weißrussische Schiedsrichter Sergej Schmolik wurde Star wider Willen. Lustige Torkelszenen, 2,6 Promille, rekordverdächtig. Dabei wollte er nur seine Rückenschmerzen bekämpfen. Fröhlich winkte er ins Publikum.

Fröhlichkeit hätte auch einem Geistlichen aus Burkina Faso besser zu Gesicht gestanden. Beim Klerus-Cup im Vatikan (Kritik am Schiedsrichter verboten!) flippte der Priester aus, beschimpfte den Referee und schmiss dem verblüfften Unparteiischen sein Trikot vor die Brust.

Und die Damen? Auch nicht besser. Ein Kreisligaspiel des SV Ihme Roloven endete in einer Massenschlägerei.

Ein Erlebnis der besonderen Art hatte der Schiedsrichter, der selbst Gelb sah: Andre Luiz von Botafogo Rio de Janeiro drehte den Spieß um und hielt dem Referee den Karton vor die Nase. Er sah Rot, wie auch Adrian Bastia von Asteras Tripolis: Der Argentinier hatte einen "Flitzer" gefoult.

Die Panne des Jahres unterlief Ferrari-Mechanikern. Als Felipe Massa in Singapur den kompletten Tankschlauch mit bis ans Ende der Boxengasse nahm, schulterten sie das lange Ding und wurden nun als "Rüsselschlepper" verspottet.

Aus Mist Geld machte der FC Amoeiro. Der spanische Amateurklub veranstaltete ein Kuhbingo. "Dame Rubia" legte ihren Haufen in Parzelle 4279 ab - Amoeiro nahm 30.000 Euro ein und war saniert.

Sie wollen die Geschichten noch einmal nachlesen? Unter diesem Artikel finden Sie Links zu vielen der aufgeführten Geschichten.

Autor: Thomas Nowag

Kommentieren