Velbert: Noch viel Arbeit vor Weihnachten

Kunkel als "Schleifer-Polier"

Oliver Gerulat
17. Dezember 2008, 11:16 Uhr

"Von nichts kommt einfach nichts", legt sich Velberts Trainer Peter Kunkel nachdrücklich fest. Deshalb durfte auch die Festlegung nach dem 1:1 in Schermbeck niemanden wirklich überraschen, unter der Woche trotz der Spielfreiheit am kommenden Wochenende noch durchzutrainieren. Und das nicht mit angezogener Handbremse, der Ex-Profi schaltete mehrere Gänge hoch. "Da müssen die Jungs jetzt durch", bleibt der ehemalige Wattenscheider ungerührt.

Kunkel registriert sehr zufrieden, dass die Belegschaft sich nicht hängen lässt "und dabei bleibt." Zur Kenntnis nahm er auch das Schild, das er über seinem Kabinenplatz fand: "Schleifer". Kunkel grinst breit. "Das sehe ich als absolute Auszeichnung, ich bin ja froh, dass die Kerle ihren Humor rauslassen." Seinen verliert der Familienvater so gut wie nie. "Ich drücke ja immer mein Bedauern aus, dass ich nicht mitlaufen kann, aber mit meinen Knien geht das nicht mehr." Deshalb sind die Aufgaben klar verteilt. Kunkel weiter amüsiert: "Ich werde mich bemühen, meinem neuen Titel auch weiter gerecht zu werden."

Alles bis Freitag, dann versammeln sich alle Beteiligten noch zu einem gemeinsamen Essen, es wird kurz bilanziert und noch vorausgeblickt. "Das ist notwendig", legt sich Boss Oliver Kuhn fest, der das finale Treffen vor der Weihnachtspause eher als Team-Building ansieht. "Mit den letzten Wochen können wir durchaus einverstanden sein", legt sich Kunkel fest, der nach seiner Amtsübernahme von Vorgänger Markus Feldhoff mit vier Niederlagen in Folge startete, zuletzt aber zwei Siege und das Remis in Schermbeck einfuhr. Bei dem Luciano Velardi noch einen Elfer gegen den Pfosten setzte. Kunkel: "Egal, so was kann passieren. Ich würde nur ausrasten, wenn mir einer beim Strafstoß mit einem Schritt Anlauf oder mit einerm Lupfer daher kommt." In der aktuellen Lage wäre das auch eine kaum nachzuvollziehende Arroganz.

Kunkel macht deutlich: "Es geht darum, dass jeder schnallt, wir haben noch gar nichts erreicht, jeder muss wissen, wir laufen immer noch Gefahr abzusteigen." Personell wird sich was tun. Stefan Kratofiel, André Adomat, Said Daftrai, Björn Joppe, Murat Gümüstas gingen bereits, jetzt schloss sich Keeper Jürgen Waniek (1.FC Wülfrath) an. "Jürgen hängt sich bis zum Schluss rein, zieht auch die letzte Woche durch", lobt Kunkel. Gekommen ist bereits Erdal Eraslan. Kunkel: "Der Hebel wurde umgelegt, ich bin sehr optimistisch."

Kuhn wird am Freitag beim Essen sicherlich auch die Meldungen rund um das Sportzentrum erläutern, die Bagger werden erst einmal nicht rollen. Alles eine Frage des Geldes, der Stadt Velbert brachen Einnahmen aus der Gewerbesteuer weg, die Weltwirtschaftslage wird nicht nur hier noch weiter ankommen. Als möglicher Baubeginn wird jetzt 2013 genannt. Klar ist, dass die baulichen Anforderungen des DFB am Stadion Sonnenblume realisiert werden. Das ist Aufgabe der Stadt, die sportliche Baustelle ist der Job von "Polier" Kunkel.

Autor: Oliver Gerulat

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