Eintracht Frankfurt hat mit einer unglaublichen Aufholjagd und einem 6:3-Sieg gegen den SSV Reutlingen den Aufstieg geschafft. Durch drei Tore in den letzten Minuten fingen die Hessen den FSV Mainz 05 noch ab.

Frankfurt macht Aufstieg in letzter Minute perfekt

tok
26. Mai 2003, 12:04 Uhr

Eintracht Frankfurt hat mit einer unglaublichen Aufholjagd und einem 6:3-Sieg gegen den SSV Reutlingen den Aufstieg geschafft. Durch drei Tore in den letzten Minuten fingen die Hessen den FSV Mainz 05 noch ab.

Der Präsident tanzte auf dem Tisch, die Zuschauer brachten die "Baustelle" Waldstadion beinahe zum Einstürzen und die Spieler lagen sich wie kleine Kinder nach der Bescherung in den Armen. Traditionsklub Eintracht Frankfurt feierte dank eines unglaublichen Endspurts beim 6:3 gegen den SSV Reutlingen die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga und somit zum wiederholten Mal ein wahres "Wunder vom Main". Nur ein mageres Tor trennte die Frankfurter und den Konkurrenten Mainz 05 am Ende des 34. Spieltages, Erinnerungen an das Herzschlagfinale in der ersten Liga zwischen Bayern München und Schalke 04 vor gut zwei Jahren wurden wach.

"Das ist völlig unfassbar"

"Das ist völlig unfassbar. Wir haben uns nie aufgegeben und in den letzten drei Minuten noch mal alles nach vorne geworfen. Wir haben uns heute alle einen Traum erfüllt", meinte Eintrachts Urgestein Alexander Schur, der nicht nur die 2:1-Führung (24.) sondern vor allem den alles entscheidenden Treffer zum 6:3 in der Nachspielzeit erzielt hatte.

Auch Trainer Willi Reimann, der gemeinsam mit Eintracht-Kapitän Jens Keller bereits 1997 mit dem VfL Wolfsburg ins Oberhaus aufgestiegen war, zeigte sich völlig ergriffen von den Ereignissen im mit 25.000 Zuschauern ausverkauften Waldstadion. "Ich kann das alles nicht glauben. Dass ist das Größte, was ich als Trainer je erlebt habe. Dieser unglaubliche Spielverlauf, dass war schon ein kleines Wunder", meinte Reimann, der mit Eintracht zu Saisonbeginn noch um den Lizenzerhalt bangen musste.

Unglaubliche Szenen auf dem Rasen

Auf dem Rasen des Waldstadions spielten sich nach Schlusspfiff unglaublich Szenen ab: Der zum VfL Wolfsburg wechselnde Albert Streit duschte den mit hoch gerissenen Armen durchs weite Rund laufenden Reimann mit einem Zweiliterglas Bier, die Zuschauer sangen immer wieder "nie mehr zweite Liga" und Präsident Peter Fischer heulte nach seinem Jubeltanz vor Freude Rotz und Wasser. "So etwas habe ich in meinem ganzen Leben noch nie erlebt. Ich muss das alles erst mal verarbeiten", meinte Fischer, der sein Glück kaum fassen konnte.

Zum Heulen aus Frankfurter Sicht war zunächst auch der Spielverlauf. Nach der frühen Führung durch Jemaine Jones (5.), der gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (sid) erklärte, dass er frühestens 2004 nach Leverkusen wechseln werde, gelang 60 Sekunden später ausgerechnet dem zur Eintracht transferierten Nico Frommer der 1:1-Ausgleich. Zwar schafften die Gastgeber, die in der Saison 2000/2001 zum zweiten Mal aus der Bundesliga abgestiegen waren, zwischenzeitlich durch Schur (24.) und Ervin Skela (38.) erneut die 3:1-Führung, doch Reutlingens zwei Tore zum 3:3-Ausgleich und die zwischenzeitliche 4:0-Führung der Mainzer gegen Braunschweig bedeuteten eigentlich das Ende aller Aufstiegsträume.

Diakrite sorgte für die Wende

Aber nur eigentlich. Denn der eingewechselte Bakary Diakite sorgte mit seinen beiden Treffern in den Schlussminuten (83./90.) für neue Hoffnung bei den völlig euphorisierten Anhängern, gleichzeitig sorgte Braunschweig in Mainz durch den 1:4-Anschlusstreffer zum Endstand dafür, dass Eintracht in den verbleibenden drei Minuten ein Treffer zum Aufstieg reichte. Ersatzkeeper Andreas Menger schrie die frohe Kunde aufs Feld und Schur sorgte mit seinem zweiten Treffer zum 6:3 für unglaubliche Jubelszenen.

Autor: tok

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