Kommt er oder kommt er nicht? Christoph Daum war auch nach dem Spiel das Gesprächs-Thema Nummer eins auf Schalke.

SCHALKE: „Gehampel“ um Daum geht weiter: „Dinge ausräumen“

hb
19. Mai 2003, 11:15 Uhr

Kommt er oder kommt er nicht? Christoph Daum war auch nach dem Spiel das Gesprächs-Thema Nummer eins auf Schalke.

Kommt er oder kommt er nicht? Christoph Daum war auch nach dem Spiel das Gesprächs-Thema Nummer eins auf Schalke. Nach Rudi Assauers Salto rückwärts soll der „Fast-Bundestrainer“ nun doch ein allererster Kandidat auf den Trainerposten bei S04 sein. „Wenn Daum das rüber bringt, was wir erwarten, kann man darüber nachdenken“, deutet der Manager an.
Noch vor einer Woche hatte sich das anders angehört. Da hatte Assauer den wegen seiner Drogen-Affäre ins Zwielicht geratenen Fußball-Lehrer öffentlich in Misskredit gebracht. „Und was ist, wenn er wieder anfängt zu schnupfen?“, war ein geäußerter Zweifel. Ein anderer die Sorge darum, ob Daum „Schalke nicht nur zur Selbstdarstellung nutzt“.
Harte Vorwürfe, die beim Adressaten eine Reaktion provozierten. Daum rief prompt bei Assauer an und drückte seine Enttäuschung über die Wortwahl des Managers aus. Der zeigte sich auch auf Druck des restlichen Vorstands und des Aufsichtsrats bereit, einzulenken. „Es wird zu einem Gespräch kommen. Vielleicht kann man das eine oder andere dann ausräumen“, kündigte Assauer an, nicht ohne zu betonen, dass „ es bis jetzt keine Verhandlungen gegeben hat. Er hat uns angerufen hat und nicht wir ihn!“
Außer den Namen Daum will der 59-Jährige aus gutem Grund keine weiteren nennen. „Das wäre unfair gegenüber demjenigen, der in Frage kommt und auch gegenüber dem Verein, wo er möglicherweise noch beschäftigt ist.“ So ist Assauer nach wie vor kein Statement zu den im Schalker Umfeld meist genannten Experten wie Toppmöller oder Heynckes zu entlocken. „Es stehen um die zehn Trainer von nationalem und internationalem Format zur Auswahl. Knapp 50 Prozent dieser haben sich selbst oder über Berater bei uns gemeldet. Das zeigt, dass Schalke eine Marke geworden ist“, betont Assauer, der zuvor die zwiespältigen Aussagen von Christoph Daum, „Schalke sei für ihn keine Nummer, dann aber wieder doch“ als „komische Gehampel“ bezeichnete.
Dass der neue Mann möglicherweise wie zuvor Huub Stevens wieder aus Holland kommt, scheint trotz der Absage von Rotterdams Bert van Marwijk nicht unwahrscheinlich. Den Markt bei den Nachbarn beobachtet Youri Mulder mit seinem Vater. „Das ist das normalste der Welt, dass wir uns dort umschauen“, gibt Assauer zu. Top-Leute wie Louis van Gaal ( ) oder Guus Hiddink (Eindhoven) sind aber bei ihren jeweiligen Vereinen gebunden. „Wenn es nicht anders geht, müssen wir jemanden aus seinem laufenden Vertrag heraus kaufen. Das haben wir damals bei Huub ja auch gemacht“, wäre Assauer bereit, einen gewissen Abstand zu leisten. „Das kommt auf die Ablöse an.“
Eins steht aber fest: Zu einem ebenfalls an der Gerüchtebörse gehandelten Duo Rehhagel/Reck wird es nicht kommen. „Olli bleibt auf jeden Fall, aber Rehhagel wird nicht kommen“, winkt Assauer beim Gedanken an diese alte Bremer Verbindung ab. Auch von den Wünschen der Fans will sich der Schalker „Macher“ nur bedingt beeinflusse lassen. „Ich nehme das wahr, respektiere deren Meinung. Aber es kann nicht sein, dass die Fans bestimmen, wer hier Trainer wird. Die Verantwortung dafür trägt letztlich der Vorstand.“
Ab morgen wird in Assauers Büro weiter mit Hochdruck an einer Entscheidung gearbeitet. Dass der Wilmots-Nachfolger aber schon vor dem letzten Saisonspiel gegen Bayern München präsentiert wird, hält Assauer für unwahrscheinlich. „Wir wollen das Thema so schnell wie möglich durch haben, auch weil man sich dann mit dem neuen Trainer noch Gedanken über die Spieler machen muss. Es ist aber nicht gesagt, dass wir das in der nächsten Woche schon schaffen.“

Autor: hb

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