Der Wandel des Jörg Böhme: Er trug er auch nach außen hin ein deutlich sichtbares Zeichen.

SCHALKE: Rebell geläutert: Käptn Böhme

hb
19. Mai 2003, 11:12 Uhr

Der Wandel des Jörg Böhme: Er trug er auch nach außen hin ein deutlich sichtbares Zeichen.

Der Wandel des Jörg Böhme: Er trug er auch nach außen hin ein deutlich sichtbares Zeichen. Zum ersten Mal in seiner Zeit beim FC Schalke trug der 29-Jährige die Binde. Käpt,n Böhme, ein gewöhnungsbedürftiger Anblick? „Ich weiß auch nicht genau, wie es dazu kam“, reagierte das ehemalige „enfant terrible“ zunächst überrascht. „Das war eine Entscheidung von Marc Wilmots und Tomasz Waldoch“, wusste Böhme immerhin, wem er die Auszeichnung zu verdanken hatte.
Durch das Fehlen des etatmäßigen Spielführers Waldoch (Sperre nach Gelb-Roter Karte) und den auf der Bank sitzenden Stellvertreter Ebbe Sand und Andreas Möller kam so der Linksfuß in den Genuss, seine Mannschaft aufs Feld führen zu dürfen. „Eigentlich wäre Nico dran gewesen, er ist schließlich länger auf Schalke als ich“, bemerkte Böhme. Doch Wilmots zog den einstigen Rebellen seinem Landsmann van Kerckhoven vor, und das aus gutem Grund. „Jörg hat das verdient, er hat schließlich noch drei Jahre auf Schalke“, erklärte der Teamchef. Auch Rudi Assauer, der mit der vor knapp zwei Wochen vollzogenen Vertrags-Verlängerung den Grundstein für den Image-Wechsel Böhmes gelegt hatte, nickte die Entscheidung wohlwollend ab. „Jörg ist ja jetzt geläutert, deshalb ist das für mich keine Überraschung“, grinste der Manager.
Als zusätzliche Motivation benötigte der die Binde indes nicht. „Ich versuche immer, alles zu geben. Aber nach all den Dingen, die in der jüngeren Vergangenheit vorgefallen sind, ist das natürlich eine Ehre für mich. Wenn man einen Verein wie Schalke als Kapitän auf den Platz führen darf, ist das schon etwas Besonderes“, betonte Böhme.
Die gewachsene Stellung innerhalb der Mannschaft spürend, machte sich der Ex-Bielefelder nach dem Abpfiff gleich Gedanken darüber, wie man diese verkorkste Saison noch zu einem versöhnlichen Ende bringen kann. „Wir sind es unseren Fans schuldig, jetzt gegen die Bayern mit allen Mitteln zu gewinnen. So wie die uns nach der Enttäuschung gegen Hannover auch hier in Bremen wieder unterstützt haben, das ist einfach sensationell“, bekräftigte Böhme.
Auch wenn am kommenden Samstag Tomasz Waldoch die Schalker Mannschaft wieder aufs Feld leiten wird, Jörg Böhme scheint endgültig seinen ramponierten Ruf korrigiert zu haben.

Autor: hb

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