Wenn man sich im Neoliet Kletterzentrum in Bochum so umschaut, dann wirken die einzelnen Pfade durchaus beeindruckend. Vor allem die Strecken, die sich sehr schräg und teilweise auch kopfüber präsentieren, lassen mich schlucken.

Sportchecker: Im "Neoliet" Spiderman kennenlernen

Der Berg ruft

Sarah Landsiedel
13. Dezember 2008, 10:07 Uhr

Wenn man sich im Neoliet Kletterzentrum in Bochum so umschaut, dann wirken die einzelnen Pfade durchaus beeindruckend. Vor allem die Strecken, die sich sehr schräg und teilweise auch kopfüber präsentieren, lassen mich schlucken.

Aber so weit ist natürlich kein Anfänger, deshalb bekomme ich zunächst einen Gurt samt Kletterschuhe verpasst. Auch eine Einführung in den Sport darf nicht fehlen. Gespannt lausche ich meinem Trainer Alex, der mir alles über Sicherungen, Knoten, Seile, Schwierigkeitsgrade und Techniken erzählt.

Jede Wand bietet verschiedene Pfade an, die durch unterschiedliche Farben und Zahlen gekennzeichnet sind. Ich starte mit Rot (3), eine Aufgabe für echte Einsteiger. Ich versuche mit meinen Armen so hoch wie möglich zu greifen, was schnell Kraft kostet. Besonders der Tipp von Alex, zunächst die Beine eng an den Körper zu ziehen und sich dann abzudrücken, zeigt da Wirkung. Ich erklimme Stufe für Stufe und bin recht schnell ziemlich weit oben. Eigentlich leide ich nicht unter Höhenangst, aber der Blick nach unten lässt mich schon mulmig werden. Je höher ich komme, desto mehr schwitze ich – und das liegt nicht an der Anstrengung. Überhaupt ist der Anfängerpfad noch keine allzu große Belastung für Arme und Beine, aber das Gefühl fürs Klettern steht ohnehin im Vordergrund.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/009/908-10303_preview.jpeg Alex Pinola (l.) und Guido Krautkrämer unterstützen die Kletterer mit vielen Tipps und Tricks (Foto: Griepenkerl).[/imgbox]
Am Gipfel angekommen, fühle ich mich ziemlich gut, muss aber gleich die nächste Lektion lernen. Doch der Abstieg ist einfach, man muss sich nur in den Gurt setzen, die Beine an der Wand abstützen und dann langsam runter gehen, während der „Sicherer“ am Boden das Seil langsam nachkommen lässt.

Für das Klettern an der Wand ist die Arbeit im Duo ein Muss. Der durch die „doppelte Acht“ gesicherte Kletterer und der mit einem Karabiner ausgestattete Sicherer sollten vor jedem Aufstieg den „Partnercheck“ durchführen. So ist klar gestellt, dass die Sicherungen richtig sitzen und keine Gefahr eines Absturzes besteht.

Da ich keinerlei Erfahrungen habe, vertraue ich ganz auf die Arbeit meines Lehrers, der mich gleich zur nächsten Wand schickt – diesmal ist Gelb meine Farbe. Die Schritte werden schon sicherer, auch die Schnelligkeit nimmt etwas zu, aber der kleine Vorsprung lässt mich dann doch wieder stutzen. Einfach mal die Hand über die Wand hinweg strecken und sich dann hochziehen, erscheint mir sehr gewagt. Aber auch diese Hürde wird ohne Zwischenfälle gemeistert. Schon bei der dritten Strecke wird deutlich: Die Eingewöhnungszeit ist relativ kurz, Abwechslung ist en masse vorhanden. Da keine Strecke gleich ist, gilt es, sich immer wieder neue Schrittfolgen auszudenken, um möglichst einfach ans Ziel zu gelangen. Der Berg ruft!
Am Ende der Schnupperstunde werfe ich einen beeindruckten Blick auf einen Kletterer am anderen Ende der Halle, der schräg in der Wand hängend an Spiderman erinnert und anscheinend auch noch genügend Muße hat, sich mit seinem Sicherer zu unterhalten. Vielleicht ein anderes Mal...

Autor: Sarah Landsiedel

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