Zwei Spieltage vor Ende der Saison soll Klaus Augenthaler als

Augenthaler sicher: "Mannschaft ist stark genug"

13. Mai 2003, 17:03 Uhr

Zwei Spieltage vor Ende der Saison soll Klaus Augenthaler als "Feuerwehrmann" Vizemeister Bayer Leverkusen doch noch zum Klassenverbleib führen. Der Sport-Informations-Dienst (sid) sprach mit dem Weltmeister von 1990.

Der Blitzwechsel von Klaus Augenthaler: Zwei Spieltage vor Saisonschluss übernimmt der Ex-Profi den Trainerposten beim abstiegsbedrohten Bundesligist Bayer Leverkusen. Am 30. April war der Weltmeister von 1990 beim 1. FC Nürnberg wegen Erfolglosigkeit entlassen worden. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) spricht der 45-Jährige über seine neue Aufgabe.

Frage: "Herr Augenthaler, Sie haben Bayer Leverkusen zwei Spieltage vor Saisonende auf einem Abstiegsplatz übernommen. Wieviel Hoffnung haben Sie, die Klasse doch noch zu halten?"

Klaus Augenthaler: "Wenn ich keine Hoffnung hätte, wäre ich nicht hier. Wir haben noch zwei Spiele gegen Gegner, die durchaus machbar sind. Wir wollen und werden sechs Punkte holen. Ich muss mir zunächst einen Überblick verschaffen. In den restlichen vier Trainingseinheiten bis zum Spiel gegen 1860 München werde ich das ein oder andere Gespräch führen, aber wir müssen auch hart arbeiten, denn vom Reden ist noch keiner besser geworden. Man kann die Situation in etwa vergleichen mit der in Nürnberg im vergangenen Jahr, da galten wir vier Spieltage vor Ende als sicherer Absteiger und mussten unter anderem noch gegen Schalke, Leverkusen und Bayern München spielen und haben es dennoch geschafft."

Frage: "Der entscheidende Aspekt für die Bayer-Talfahrt scheint aber doch der mentale Bereich zu sein."

Augenthaler: "Meistens, wenn man unten drin steht, sagt man, es ist ein mentales Problem. In Nürnberg habe ich es zuletzt sogar mit einem Mental-Trainer versucht, aber das hat auch nichts genutzt. Ich brauche die Mannschaft nicht stark zu reden, sie ist stark genug. Leverkusen hat im Hinspiel 3:0 bei Sechzig gewonnen, warum sollte es nicht auch zu Hause gewinnen?

Frage: "Sie sind erst am 30. April unter ungewöhnlichen Umständen beim 1. FC Nürnberg entlassen worden. War die Zeit seitdem lang genug, um sich davon zu erholen?"

Augenthaler: "Ich habe jetzt zwei Wochen zu Hause gesessen, das war schon zu lang. Ich kann nicht jeden Tag Rasen mähen. Die Fische beißen zwar, aber das reicht mir nicht. Und der Jürgen Kohler wollte die letzten zwei Spiele ja nicht machen ..."

Frage: "War es dann auch für Sie entscheidend, die Mannschaft schon jetzt zu übernehmen. Dass Sie einen größeren Einfluss darauf haben, welcher Kader Ihnen in der neuen Saison zur Verfügung steht."

Augenthaler: "Es ist sicher positiv, dass ich die Mannschaft jetzt schon kennenlernen kann. Vor allem auch in zwei Pflichtspielen in dieser Situation."

Frage: "Im möglichen Endspiel am 24. Mai müssen Sie mit Bayer ausgerechnet bei Ihrem Ex-Klub in Nürnberg antreten. Mit welchen Gefühlen werden Sie in dieses Spiel gehen?"

Augenthaler: "Zunächst einmal konzentriere ich mich nur auf das Spiel gegen 1860. Aber das ist natürlich eine besondere Situation. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball. Das Spiel ist sicher sehr brisant, aber ich habe es mir noch nie leicht gemacht und mich ins gemachte Nest gesetzt, sondern immer die Ärmel hoch gekrempelt."

Autor:

Kommentieren