Westfalia Herne heißt der alte und neue (inoffizielle) Stadtmeister in Herne, der traditionell beim Manfred-Gall-Turnier des SV Sodingen ermittelt wird. Insgesamt 16 Teams hatten um den Titel sowie um ein Preisgeld von rund 2000 Euro gekämpft. Überzeugend gewann der Oberligist alle seine Spiele und holte den siebten Titel in den letzten acht Jahren.
Heiße und brisante Partien sahen die Herner Fußballfans am Wochenende beim Kampf um die inoffizielle Hallenstadtmeisterschaft.

Herne: Westfalia verteidigt (inoffiziellen) Hallenstadtmeistertitel

Schulz-Elf dominiert nach Belieben

sb
06. Februar 2007, 21:14 Uhr

Westfalia Herne heißt der alte und neue (inoffizielle) Stadtmeister in Herne, der traditionell beim Manfred-Gall-Turnier des SV Sodingen ermittelt wird. Insgesamt 16 Teams hatten um den Titel sowie um ein Preisgeld von rund 2000 Euro gekämpft. Überzeugend gewann der Oberligist alle seine Spiele und holte den siebten Titel in den letzten acht Jahren.
Heiße und brisante Partien sahen die Herner Fußballfans am Wochenende beim Kampf um die inoffizielle Hallenstadtmeisterschaft.

Die Vorrunde

Der Startschuss des zweitägigen Budenzaubers war bereits am Samstagmorgen gefallen, als es in den Vorrundengruppen für die Teilnehmer lediglich darum ging, nicht Gruppenletzter zu werden. Eine lösbare Aufgabe, zumindest für das Favoritenfeld. Die größte Überraschung des Tages war das Ausscheiden des Vorjahresdritten Blau-Weiß Börnig. Der A-Ligist, der vor dem Turnier viel stärker eingeschätzt wurde, verabschiedete sich mit null Punkten und 0:15 Toren aus dem Turnier. TSK Herne, SG Herne 70 und SV Sodingen schafften in der Gruppe D den Sprung in die Zwischenrunde. Vor allem der Gruppenerste TSK Herne hatte am Samstag einen starken Eindruck hinterlassen. Coach Zole Jankowitz war dennoch nicht ganz zufrieden: „Wir hatten einige Probleme, vor allem im Offensivbereich geht es besser.“ In einer guten Verfassung hatte sich auch der Bochumer Vertreter DJK TuS Hordel präsentiert. Der Verbandsligist gewann die Gruppe A vor SV Wanne 11 und FC Herne 57. A-Ligist Fortuna Herne wurde mit null Punkten Letzter.

In der Gruppe B konnte Westfalia Herne seine Favoritenrolle untermauern und zog als Gruppensieger in die Zwischenrunde. Westfalia-Trainer Frank Schulz war bereits nach den Vorrundensiegen (6:0 gegen Horsthausen, 5:3 gegen Herne-Süd und 8:2 gegen SF Wanne) zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge: „Meine Mannschaft hat sich hervorragend präsentiert. Das war für mich das Wichtigste nach der harten Trainingswoche die wir hinter uns haben.“

Zweiter in der Gruppe wurde SpVgg Horsthausen vor BV Herne - Süd. Vor allem die Süder hatten nach den Gruppenspielen Steigerungspotenzial. Trainer Ralph Schulz war vor allem über die 3:5-Niederlage gegen Westfalia Herne verärgert: „Wir haben durch individuelle Fehler das Spiel aus der Hand gegeben. Unser Minimalziel ist es aber am Ende Dritter zu werden.“ Als Topfavorit in Gruppe C galt DSC Wanne-Eickel. Der Verbandsligist wurde dieser Erwatung voll und ganz gerecht, ein 3:1 gegen SC Constantin, ein 1:1 gegen Arminia Sodingen und ein 5:1 gegen Arminia Holsterhausen brachten den Gruppensieg. Arminia Holsterhausen und SC Constantin folgten ebenfalls in die Zwischenrunde.

Zwischenrunde und Viertelfinale

Am Sonntag ging es mit den Spielen der Zwischenrunde und den Finalspielen weiter. Insgesamt durften die Zuschauer 147 mal jubeln, insgesamt gab es an beiden Tagen in 44 Begegnungen 262 Tore zu sehen. In der Zwischenrunde (Gruppe E bis H) zogen die zwei besten Mannschaften der Gruppen ins Viertelfinale ein. Den höchsten Sieg gab es gleich im zweiten Spiel des Tages - Westfalia Herne fertigte Arminia Holsterhausen mit 10:1 ab. Nach dem 6:3 gegen SV Sodingen war der Einzug ins Viertelfinale für die Schulz-Truppe klar.

Ebenfalls mit zwei Siegen und sechs Punkten zogen DSC Wanne-Eickel und TSK Herne in die nächste Runde. Spvgg. Horsthausen, DJK TuS Hordel, SV Sodingen, SG Herne 70 und BV Herne-Süd gehörten ebenfalls zu den besten acht Mannschaften des Turniers. Ohne Punktgewinn in der Zwischenrunde mussten SC Constantin, Arminia Holsterhausen, FC Herne 57 und SV Wanne 11 die Segel streichen.

Um die Halbfinalisten ausfindig zu machen, ging es ab dem Viertelfinale im K.O.- System weiter. In der ersten Begegnung standen sich die Spvvg. Horsthausen und der SV Sodingen gegenüber. In einer harten Partie waren beide Mannschaften gleichwertig. Beim Stand von 1:1 erlaubten sich die Horsthauser jedoch zu viel Aggressivität. Die Folge: Eine Zwei-Minuten-Strafe und eine Rote Karte. In Überzahl erhöhte Sodingen auf 3:1. Der Verbandsligist, der von Co-Trainer Predrag Crnogaj durch das Turnier geführt wurde, gewann am Ende mit 5:3. Das zweite Viertelfinale fand zwischen Westfalia Herne und SG Herne 70 statt. Westfalia ließ dem A-Ligisten nicht den Hauch einer Chance. Mit einem verdienten 8:1 Sieg feierte der Oberligist den Einzug ins Halbfinale.

Im dritten Viertelfinale trafen DSC Wanne-Eickel und BV Herne-Süd aufeinander. Der A-Ligist bestimmte die Partie gegen den drei Klassen höher spielenden Gegner aus Wanne - am Ende hieß es 4:2 für BV Herne-Süd. Im letzten Viertelfinalspiel spielte der Bochumer Vertreter TuS Hordel gegen TSK Herne. In einer an Höhepunkten armen Partie stand es am Ende der regulären Spielzeit 2:2. Die Zuschauer sahen nun das erste und einzige Neunmeterschießen des Turniers. Die Hordeler hatten die stärkeren Nerven und gewannen mit 8:7.
Halbfinale

Das erste Halbfinale fand zwischen Ausrichter SV Sodingen und Turnierfavorit Westfalia Herne statt. Auch da gab sich der Oberligist keine Blöße und siegte deutlich mit 6:1. „Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und technisch sehr gut gespielt. Alle waren natürlich sehr motiviert gegen uns und wollten uns schlagen, aber das haben wir verhindert“, freute sich Trainer Frank Schulz nicht ohne Stolz.

Den zweiten Finalteilnehmer ermittelten die DJK TuS Hordel und dem BV Herne-Süd. Ein spielerischer Unterschied zwischen dem Verbands- und A-Ligisten war nicht zu sehen. Vor allem der Süder Neuzugang André Dohm zeigte in der Halle eine gute Leistung. „André hat sich vorbildlich verhalten und sich sehr gut in der Mannschaft eingefügt“, so der Coach der Süder, Ralph Schulz. Bis kurz vor dem Ende der Partie stand es 2:2-Unentschieden, ehe die Hordeler mit einem Doppelschlag drei Minuten vor Spielende den Finaleinzug klar machten.

Spiel um Platz drei

Direkt im Anschluss fand das Spiel um Platz drei statt, in dem die Zuschauer beiden Mannschaften die Enttäuschung über den verpassten Finaleinzug anmerkten. In einem lauen Kick konnte sich am Ende der BV Herne-Süd mit 3:1 durchsetzten und sicherte sich damit die 250 Euro Prämie. Ralph Schulz war mir dem Abschneiden seiner Mannschaften zufrieden: „Vom Papier her sind wir zwar nur ein A-Ligist, aber wir haben viele hochkarätige Spieler in unseren Reihen. Im letzten Jahr haben wir die Vorrunde nicht überstanden, deswegen bin ich mit dem dritten Platz zufrieden. Wir haben uns hier gut verkauft und unser Minimalziel erreicht.“

Finale

Um kurz nach 17 Uhr war es soweit, das Finale des 18. Manfred-Gall-Gedächnisturniers zwischen Westfalia Herne und DJK TuS Hordel wurde angepfiffen. Westfalia dominierte das Spiel, Hordel stand hinten jedoch gut, ohne aber das 0:1 durch Michael Erzen verhindern zu können. Sami El-Nounou vollendette zum 2:0, den Schlusspunkt setzte Sven Barton.

Westfalias Coach Frank Schulz: „Wir haben das ganze Turnier sehr gut gespielt und waren eindeutig die beste Mannschaft. Wir sind verdient Sieger geworden.“

Hordels Trainer Jürgen Meier zeigte sich als fairer Verlierer: „Ich bin enttäuscht über die Finalniederlage. Wir wollten keine Langeweile aufkommen lassen und Westfalia ein Bein stellen. Es hat leider nicht geklappt. Ärgerlich war der Pfostenschuss beim Stand von 0:0. Nach der Führung hat Westfalia stärker gespielt und ist am Ende auch verdient Sieger geworden.“ Bester Spieler wurde Hordels Mirko Krüger, bester Torwart war Oliver Bautz von Westfalia Herne.
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Autor: sb

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