Eintracht träumt schon von UEFA-Cup-Rückkehr

"Dann kommen wir eben wieder ins DFB-Pokalfinale"

14. Dezember 2006, 12:25 Uhr

Nach einem Spiel zwischen Himmel und Hölle standen die Profis von Eintracht Frankfurt am Ende mit leeren Händen da.

Nach einem Spiel zwischen Himmel und Hölle standen die Profis von Eintracht Frankfurt am Ende mit leeren Händen da - doch Trainer Friedhelm Funkel blickte bereits voller Zuversicht in eine vielversprechende Zukunft. `Diese internationalen Erfahrungen werden gerade unsere jungen Spieler in der Bundesliga weiter bringen. Warum sollten wir also in ein Loch fallen. Ich habe allen Grund, auf diese Mannschaft stolz zu sein´, betonte Funkel nach dem 2:2 (1:0) der Hessen bei Fenerbahce Istanbul im entscheidenden UEFA-Cup-Gruppenspiel und dem verpassten Einzug in die lukrative Zwischenrunde. Auch Eintrachts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen war trotz der ersten Ernüchterung bald stolz wie Oskar und zog ein insgesamt positives Europacup-Fazit: `Letztlich haben wir einen großen Imagegewinn erfahren und einen Überschuss von etwa zwei Millionen Euro erwirschaftet.´ Über die entgangenen Zwischenrunden-Einnahmen von geschätzten 1,5 Millionen Euro sprach nach dem geplatzten Traum vom Bosporus keiner.

Vielmehr verteilte Funkel Komplimente: `Letztlich haben uns nur Kleinigkeiten gefehlt. Wer hätte vorher gedacht, dass wir in einer solch starken Gruppe mithalten können.´ Während sich die Profis des 16-maligen türkischen Meisters Fenerbahce nach dem Unentschieden ob der Qualifikation für die Runde der letzten 32 grenzenlos jubelnd in den Armen lagen, fand Bruchhagen aber auch durchaus kritische Ansätze. `Wir wurden zwar für unsere Leistung nicht belohnt. Aber man muss sehen, dass wir in der Gruppenphase kein einziges Spiel gewonnen haben´, meinte Bruchhagen angesichts von drei Unentschieden und einer Niederlage. Auch die Gemütslage der Frankfurter Profis schwankte nach dem Rückflug am Donnerstagmittag zwischen Stolz und Niedergeschlagenheit. `Dann kommen wir eben wieder ins DFB-Pokalfinale und spielen vielleicht schon bald wieder international´, unkte Mittelfeldspieler Benjamin Köhler mit viel Trotz in der Stimme. Bis acht Minuten vor dem Schlusspfiff hatte die Eintracht nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung durch den `Doppelpack´ von Stürmer Naohiro Takahara (8./51.) dicht vor dem ersten und entscheidenden Sieg in der Gruppe H gestanden. Doch Semih Sentürk holte mit seinem Ausgleichstreffer den UEFA-Cup-Siegers von 1980 von Wolke sieben, nachdem zuvor Tuncay (63.) für den Anschluss der `Kanarienvögel´ gesorgt hatte.

`Über meine beiden Tore kann ich mich überhaupt nicht freuen´, klagte Takahara, mahnte aber gleichzeitig: `Wir dürfen den Kopf jetzt nicht hängen lassen.´ Bereits am Samstag wartet in der Bundesliga das Spiel bei Hertha BSC Berlin. Dass Funkel seiner Elf hundertprozentig vertraut, beweist seine Ankündigung, in der Winterpause keine neuen Spieler verpflichten zu wollen. In Jermaine Jones und Chris kehren demnächst zwei Langzeitverletzte zurück, `die wegen ihres langen Fehlens wie Neuzugänge sind´, wie Bruchhagen sagt. Auf den an einem Bänderriss im Knöchel laborierenden Stürmer Ioannis Amanatidis kann Funkel vielleicht schon im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den Zweitligisten 1. FC Köln am 19. Dezember wieder setzen. Den Cup-Wettbewerb hat der derzeitige Bundesliga-Zehnte in bester Erinnerung. Durch das Erreichen des Pokalfinals gegen Bayern München (0:1) in der vergangenen Saison hatte sich die Eintracht für den UEFA-Cup qualifiziert. Istanbul feierte indes seine `Fener´-Helden. `Fenerbahce auf dem Weg zu einer Vollmitgliedschaft in Europa. Semih holt den Klub mit seinem Tor vom Galgen´, schrieb die türkische Tageszeitung Hürriyet.

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