Was mussten die F-Prominenten in der Inter-Bochum-Kluft bei ihrem Selbstversuch als Bezirksliga-Fußballer nicht alles über sich ergehen lassen. Fast schon 15 volle Spiele und 337 Gegentore. Doch vor allem die

Inter Bochum: Ilkan Gedik schießt das erste Saisontor

"Einfach nur noch alles rausgeschrien"

Aaron Knopp
02. Dezember 2008, 21:28 Uhr

Was mussten die F-Prominenten in der Inter-Bochum-Kluft bei ihrem Selbstversuch als Bezirksliga-Fußballer nicht alles über sich ergehen lassen. Fast schon 15 volle Spiele und 337 Gegentore. Doch vor allem die "ewige" Null - nagend, bohrend - unumstößlich! Dass sich daran bei der TSG Fußball Herdecke etwas ändert? Eher übernimmt Lothar Adomeit den FC Schalke. Doch dann das...

Noch gut zehn Minuten sind zu überstehen, Herdecke führt standesgemäß mit 20:0. Plötzlich reißt der Himmel auf, Engelschöre und himmlische Fanfaren erschallen, gleißend helles Licht überflutet den Sportplatz am Bleichstein. Ilkan Gedik nutzt die kurzfristige Schockstarre des Gegners, schnappt sich das Leder, wetzt in Richtung Herdecker Strafraum, hält einfach drauf und... trifft! In etwa so muss es sich zugetragen haben, am vergangenen Sonntag in der Bezirksliga 14.

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Doch lassen wir Gedik selbst zu Wort kommen: "Zwei Herdecker Spieler haben sich den Ball zugepasst, ich hab ihn an der Mittellinie abgefangen und bin dann einfach auf das Tor zugerannt, bis zum Sechzehner, hab draufgepölt und dann war er einfach drin." Jede Gegenwehr der TSG-Defensive, zwecklos: "Da waren schon noch ein, zwei Spieler im Weg, aber ich war einfach zu flink", strahlt der "Knipser".

Und das Ganze auch noch in Unterzahl: "Als ich auf das Tor zugerannt bin, habe ich nur noch gedacht: Was denken die Leute, wenn ich jetzt treffe, vor allem auf den Herdecker Trainer habe ich geachtet, der hat sich ganz schön aufgeregt." Und Ilkan selbst? "Ich habe einfach nur noch alles rausgeschrien, den ganzen Frust, den ganzen Spott, den wir ertragen mussten." Das 1:20, der Rest ist Ekstase!

Doch damit nicht genug, Gedik kündigt weitere Großtaten an: "Wir wollen uns nicht darauf ausruhen, ich habe jetzt Blut geleckt und mir vorgenommen, im nächsten Spiel wieder zu treffen." Der VfB Schwelm weiß also, auf wen er am nächsten Sonntag zu achten hat.

Inters Vereinsführung arbeitet indes fieberhaft an der Neubesetzung des Trainerstuhls. Sportdirektor Can Duman klärt auf: „Wir sind mit einigen Kandidaten im Gespräch, andere haben wir bereits aussortiert. In den nächsten Wochen wird sich entscheiden, wen wir verpflichten.“ Und davon soll dann auch abhängen, wer die Schießbude - neben Gedik – aus dem Keller ballern soll. „Das hängt auch vom Trainer ab und davon, welche Spieler er mitbringt. Wir haben aber schon Leute an der Hand und das sind Minimum Bezirksliga-Spieler.“ Klar ist seit dem vergangenen Spieltag jedenfalls, das Motto: "Es kann nur besser werden" ist Geschichte, der Fluch des Erfolgs...

Ex-Coach Lothar Adomeit tut sich derweil übrigens via RS-Börse nach einem neuen Engagement um. Der C-Lizenz-Inhaber wäre sofort verfügbar.

Autor: Aaron Knopp

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