Es hat doch was von einem Jungstraum. Einen eigenen Profi-Klub leiten, ganz wie beim Eishockey-Manager am Computerschirm. Nur eben „in echt“. Mit dem entsprechenden Kleingeld werden flugs die benötigten „Stars“ eingekauft und der Spaß kann beginnen. Dumm nur, wenn die Angestellten charakterlich ziemlich glanzlos daherkommen - und einfach die Leistung verweigern.

Füchse Duisburg: RS-Kommentar zu Papes Rundumschlag

Ausgefuchst - Das Ende eines Jungstraums

Aaron Knopp
29. November 2008, 19:27 Uhr

Es hat doch was von einem Jungstraum. Einen eigenen Profi-Klub leiten, ganz wie beim Eishockey-Manager am Computerschirm. Nur eben „in echt“. Mit dem entsprechenden Kleingeld werden flugs die benötigten „Stars“ eingekauft und der Spaß kann beginnen. Dumm nur, wenn die Angestellten charakterlich ziemlich glanzlos daherkommen - und einfach die Leistung verweigern.

Dann wird den ganzen „Söldnern“ eben mal so richtig der Marsch geblasen und am besten gleich gezeigt, wo der Mauer das Loch in der Wand gelassen hat. Ralf Papes Reaktion auf die erneute Minus-“Leistung“ seiner Füchse ist so nachvollziehbar wie geradezu herzerfrischend geradlinig, wie sein gesamter Führungsstil eben. Dass der Spediteur fast seiner ganzen Crew den Laufpass gibt, ist aber auch ein Offenbarungseid.

Denn trotz anfänglicher Begeisterung über die großen Namen in den eigenen Reihen, die man traditionell sonst nur in der gegnerischen Aufstellung las, deuteten die sich Probleme schon vor der Saison an. Nicht wenige befürchteten, dass sich Pape eine saturierte Rentner-Band in den Fuchsbau gelockt hatte.

Die Fehler, die in der Vorbereitung und dem Umgang mit der vermeintlichen Prominenz gemacht wurden, wirkten dem nicht unbedingt entgegen. Nun gut, wenn nichts mehr geht, dann geht man eben auf „Neustart“. So viel zur „Realität“ in der Computer-Simulation. Was ein Fan mit Dauerkarte dazu sagt, dass ab der Hälfte der Vorrunde nur noch Altgediente übers Eis schleichen, die abwägen, ob sie sich noch für einen Vertrag in Liga zwei anbieten sollen oder gleich ins sportliche Rentnerdasein übergleiten, sei einmal dahin gestellt.

Wahrscheinlich wird nach Papes Paukenschlag dennoch kein „Tabula-Rasa“-Schnitt vollzogen. Vielleicht tat die Wutrede ja nicht nur als therapeutische Maßnahme, sondern als allerletzte Warnung ihre Wirkung. Dennoch sollte man die Lehren für die Zukunft daraus ziehen. Denn, ganz gleich ob am Rechner oder in der DEL, es geht nicht um die Anhäufung von großen Namen und Einzelkönnern, sondern darum, ein Team zusammenzustellen.

Autor: Aaron Knopp

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