In der Bundesliga höchst unterschiedlich gestartet, in Europa ein gemeinsames Ziel:

UEFA-Cup: Quartett hofft auf Sprung in die Gruppenphase

13. September 2006, 14:22 Uhr

In der Bundesliga höchst unterschiedlich gestartet, in Europa ein gemeinsames Ziel:

In der Bundesliga höchst unterschiedlich gestartet, in Europa ein gemeinsames Ziel: Vor den Hinspielen der ersten UEFA-Cup-Runde am Donnerstag hoffen die vier deutschen Vertreter auf der Sprung in die lukrative Gruppenphase. Dabei erwarten Schalke 04, Hertha BSC Berlin, Bayer Leverkusen und Pokalfinalist Eintracht Frankfurt zwar lösbare Aufgaben, aber keine Selbstgänger. Mit breiter Brust tritt Schalke nach dem guten Auftakt in der Meisterschaft (7 Punkte aus drei Spielen) gegen den französischen Spitzenklub AS Nancy (19.00 Uhr/live im ZDF) an. Dabei kann es sich Trainer Mirko Slomka sogar erlauben, den ein oder anderen Nationalspieler auf die Ersatzbank verbannen: `Das ist kein Luxusproblem, sondern sehr angenehm´, behauptete Slomka vor dem 92. Europapokal-Spiel der Königsblauen: `Wir haben das Glück, dass wir so eine Dichte im Kader haben.´

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Allerdings wächst dadurch auch die Unruhe - vor allem im prominent besetzten Sturm. Der Däne Sören Larsen beklagte sich in seiner Heimat, dass ihm Kevin Kuranyi in der Sturmmitte vorgezogen werde. `Ich bin nicht schlechter als er, ich bin zu stark für die Bank´, wurde der 25-Jährige zitiert. Neben Larsen wird aller Voraussicht nach auch Halil Altintop auf der Bank sitzen. Der Türke muss Gerald Asamoah Platz machen, der sich durch zwei Tore und fünf Vorlagen beim 9:1 im DFB-Pokal bei Hansa Rostock II in die erste Elf spielte. Ganz andere Sorgen haben die Verantwortlichen in Berlin. Gegen den dänischen Erstligisten Odense BK droht der Hertha ein Geisterspiel (17.00 Uhr/live im DSF).

Erst 8000 Karten wurden bislang abgesetzt, während zur Bundesligapartie gegen Schalke am Sonntag geschätzte 70.000 Fans ins Olympiastadion strömen werden. `Ich wünschte mir, dass der UEFA-Cup in Berlin besser angenommen werden würde´, sagte Hertha-Trainer Falko Götz, der in dem hohen Anspruchsdenken den Grund für die magere Resonanz sieht: `In Berlin will man immer das Beste, das Feinste, am liebsten die Champions League. Es ist nicht einfach, diese Erwartungen zu erfüllen.´ Dennoch stellt Götz sein Team voll auf Angriff ein. `Wir gehen mit viel Selbstvertrauen in das Spiel. Unser Ziel ist, die Gruppenphase zu erreichen, und da müssen wir einen Gegner wie Odense schlagen.´ Schlechte Erinnerungen an die vergangene Saison plagen derweil Bayer Leverkusen.

Das damalige Erstrunden-Aus gegen ZSKA Sofia soll sich beim Werksklub im Auftaktduell mit dem Schweizer Super-League-Tabellenführer FC Sion in Genf (20.30 Uhr/live bei Eurosport) nicht wiederholen. `Ich will mit Bayer unbedingt in die Hauptrunde des UEFA-Cups. Wir werden alles daransetzen, dieses Ziel zu erreichen. Dazu müssen wir Vollgas geben´, verkündete Routinier Sergej Barbarez. Dazu bedarf es nach dem mühsamen DFB-Pokalerfolg beim Zweitliga-Aufsteiger TuS Koblenz erst im Elfmeterschießen allerdings einer deutlichen Leistungssteigerung. Eine besondere Anspannung hat unterdessen Eintracht Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel vor dem Erstrunden-Hinspiel gegen den dänischen Vizemeister Bröndby IF aus Kopenhagen (20.45 Uhr/live im DSF) festgestellt: `Für viele meiner Spieler ist es das erste Spiel im UEFA-Cup. Auf internationaler Bühne herrscht ein besonderes Kribbeln, das wird man auf dem Platz spüren. Das Spiel gegen Bröndby wird etwas ganz anderes als jede Woche Bundesliga´, erklärte Funkel vor dem ersten UEFA-Cup-Auftritt der Hessen seit elf Jahren.

Die meisten Spieler des aktuellen Kaders waren beim letzten Auftritt der Eintracht am 4. März 1995 gegen Juventus Turin im Stadion delle Alpi (0:3) noch weit von einer Laufbahn als Profi entfernt. `Damals war ich elf. Ich weiß gar nicht mehr so genau, was ich da so getrieben habe´, meinte Außenverteidiger Patrick Ochs. Fünf Jahre zuvor setzte es ausgerechnet beim 0:5 gegen Bröndby die bis heute bitterste Niederlage der Eintracht im UEFA-Cup.

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