Das erste Erfolgserlebnis der neuen Saison ohne den Brasilianer Marcelinho könnte im doppelten Sinne ein Fingerzeig für die Zukunft von Hertha BSC Berlin bedeuten.

Doppelter Fingerzeig für Herthas Zukunft

23. Juli 2006, 12:33 Uhr

Das erste Erfolgserlebnis der neuen Saison ohne den Brasilianer Marcelinho könnte im doppelten Sinne ein Fingerzeig für die Zukunft von Hertha BSC Berlin bedeuten.

Das erste Erfolgserlebnis der neuen Saison ohne den Brasilianer Marcelinho könnte im doppelten Sinne ein Fingerzeig für die Zukunft von Hertha BSC Berlin bedeuten. Der 2:0 (1:0)-Sieg des Fußball-Bundesligisten im UI-Cup bei FK Moskau öffnete einerseits die Tür in Richtung UEFA-Cup ein großes Stück. Andererseits setzte die Mannschaft ein Zeichen, dass sie auch ohne den exzentrischen Südamerikaner gewinnen kann. `Man hat gesehen, dass wir Marcelinho nicht gebraucht haben´, sagte Manager Dieter Hoeneß nach dem ersten erfolgreichen von zwei nötigen Schritten in Richtung Hauptrunde des Europapokals.

Dank der Tore von Marko Pantelic (25.), der die Berliner Torflaute auf internationalem Parkett nach 589 Minuten beendete, und Yildiray Bastürk (89.) darf Hertha von der nachträglichen Qualifikation für den UEFA-Pokal träumen. Dazu müssen die Berliner auch die letzte Hürde nehmen, die sich in zwei Spielen am 10. und 24, August auftut, ehe die Hauptrunde im September beginnt. Ob Marcelinho dann noch das Berliner Trikot tragen wird, darf man bezweifeln. Schon im Strelzow-Stadion schmorte er 90 Minuten lang auf der Bank. Immerhin schickte Trainer Falko Götz den 31-Jährigen mehrfach zum Warmlaufen, für einen Kurzeinsatz reichte es indes nicht. `Die Mannschaft hat gewonnen. Ich freue mich´, sagte Marcelinho am Sonntagmorgen in Berlin, nachdem er sich unmittelbar nach der Partie in Rekordzeit in die letzte Reihe des Mannschaftsbusses verzogen und geschwiegen hatte.

Der Mittelfeldspieler, der mit seinem eigenmächtig um neun Tage verlängerten Sommerurlaub für den vorläufigen Höhepunkt seiner regelmäßigen Eskapaden gesorgt hat, dürfte inzwischen begriffen haben, dass er sich auf ganz dünnem Eis bewegt. Jedenfalls sparte er sich jede öffentliche Beschwerden über seine Nicht-Berücksichtigung. Die Entscheidung über Marcelinhos Zukunft könnte schon in dieser Woche fallen. Mehrere ausländische Klubs haben ihr Interesse an dem Brasilianer bekundet, Trabzonspor aus der Türkei ein konkretes Angebot vorgelegt. Unterdessen unterstrich Marko Pantelic mit seinem Treffer, dass er in die Bresche springen kann, wenn in Marcelinho Herthas torgefährlichster Spieler den Verein verlassen würde.

`Endlich spiele ich international mit Hertha´, sagte Pantelic nach dem Sieg, ungeachtet der Tatsache, dass die Teilnahme am Europapokal noch nicht ganz perfekt ist. In der vergangenen Saison hatte der Serbe nicht für die Berliner im UEFA-Pokal auflaufen dürfen, weil er in der gleichen Saison bereits für Roter Stern Belgrad im Europacup gespielt hatte. Wie wertvoll er für Berlin werden kann, deutete der mit einem Dreijahresvertrag ausgestattete Angreifer in der Bundesliga bereits an. Elf Treffer erzielte er dort in 28 Spielen.

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