Wer vor einem Jahr gefragt hätte, der wäre sicher nicht auf den November 2008 als Austragungsdatum für das nächste Punktspiel-Derby zwischen RWO und dem MSV gekommen.

RWO /MSV: Luginger und Neururer lassen Freundschaft ruhen

„Der würde barfuß zum Spiel kommen“

cb/tr
29. November 2008, 08:17 Uhr

Wer vor einem Jahr gefragt hätte, der wäre sicher nicht auf den November 2008 als Austragungsdatum für das nächste Punktspiel-Derby zwischen RWO und dem MSV gekommen.

Zu diesem Zeitpunkt waren die „Zebras“ noch vom Erhalt der Bundesliga überzeugt. Das Ziel der „Kleeblätter“ war eindeutig das Erreichen von Liga drei. Es kam alles anders, die einen freuen sich drüber, die anderen knabbern noch am Abstieg und dem nicht wirklich gelungenen Start in die Spielzeit. Daher sind die Vorzeichen auch klar: RWO läuft mit breiter Brust auf, der MSV muss versuchen, schnell die negative Spur zu verlassen. Wenige Tage vor dem Anpfiff unterhielt sich RS mit den beiden Trainern Jürgen Luginger und Peter Neururer über die anstehende Partie.

Ist der Schlager etwas Besonderes für Sie?

Neururer: Selbstverständlich. Es ist mein erstes Auswärtsspiel mit dem MSV. Ich freue mich vor allem auf das Wiedersehen mit ‚Lugi‘, den ich zwei Mal als Spieler auf Schalke und in Hannover hatte. Er war die Zuverlässigkeit in Person. Aber ich werde ihm kein Gastgeschenk mitbringen. Er freut sich bestimmt auch total auf mich, also gibt er vielleicht die Punkte mit einer netten Schleifen ab.
Luginger: Absolut, die Partien haben ihren eigenen Charakter. Es gibt auch andere tolle Begegnungen, aber so ein Derby hat den besonderen Reiz. Allen Beteiligten merkt man an, wie man dem Tag entgegen fiebert.
Wo liegen die Stärken und Schwächen des Kontrahenten?
Neururer: Die große Stärke von RWO ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Es ist sensationell, wie Oberhausen den Schritt nach oben geschafft hat. Über die Schwächen zu sprechen, steht mir aber nicht zu.
Luginger: Ich denke, der MSV ist nach vorne sehr gut besetzt. Mit Grlic oder Tararache hat man richtige Einzelqualität. Auf der anderen Seite bestehen vielleicht in der Defensive immer mal wieder Probleme.

Wenn Sie sich einen Spieler vom Gegner aussuchen könnten, wen würden Sie nehmen?
Neururer: Keinen, weil ich sehr gut besetzt bin. Außerdem haben wir einen großen Kader, den wir im Winter ausdünnen müssen. Das ist aber nur die Wertschätzung meiner Mannschaft und nicht als Abwertung RWO‘s zu verstehen.
Luginger: Das ist schwierig, wir haben lauter gute Leute bei uns. Vielleicht einen Cedrik Makiadi, weil wir durch unsere Ausfälle vorne nicht ganz so üppig besetzt sind.

Spielt die aktuelle Euphorie in Oberhausen und die Depression in Duisburg im Derby eine Rolle?
Neururer: Die Euphorie wird RWO beflügeln. Aber ich habe bei uns keine Depression ausgemacht. Unser Anspruch wird ausreichen, das Spiel für uns erfolgreich zu gestalten.
Luginger: Für uns ist die gute Stimmung in den ganzen nächsten Wochen wichtig. Nicht nur gegen den MSV. Diese breite Brust haben wir uns erarbeitet und die brauchen wir auch, denn wir haben mit Duisburg, Freiburg und Mainz drei Hammerpartien vor uns. Und zum MSV, die derzeitige Lage ist für uns nicht unbedingt ein Vorteil. Die Truppe ist schwer einzuschätzen. Wenn es läuft, weiß man, wo man dran ist. Jetzt sind sie eher wie ein angeschlagener Boxer. Sie waren letzte Woche nicht so stark, eine Woche später können sie aber schon wieder eine Sensationsleistung abrufen. Denn die Einzelspieler haben sie, daher müssen wir auf alles eingestellt sein. Und wir müssen sowieso 100 Prozent abrufen, sonst bekommen wir Probleme. Wie in Wehen, dort war die erste halbe Stunde nicht gut.

Oberhausens Spieler haben ihre Wurzeln im Pott. Ist das ein Vorteil?
Neururer: Das wird immer in Extremsituation angefügt. Aber da sind wir noch nicht. Außerdem sehe ich durch unsere Fans und ganz besonders durch Walter Hellmich eine große Verbindung unserer Spieler nach Duisburg.
Luginger: Ich denke schon. Nehmen wir einen Tommy Schlieter, der würde barfuß zum Spiel kommen, wenn er nicht gesperrt wäre. Wenn man aus der Region kommt, dann weiß man, was die 90 Minuten für die Fans bedeuten. Das ist anders, als wenn ich von weiter weg komme und die Bedeutung nicht kenne.

17.800 Zuschauer werden erwartet. Wer hat das wirkliche Heimspiel?
Neururer: Wir spielen zu Hause auf fremden Terrain.
Luginger: Ich denke, unsere Fans packen das. Wir werden auch mehr Zuschauer im Stadion haben als der MSV. Und auch wir sind gefragt, damit die Fans durch unsere Leistung angeheizt werden.

Schlussfrage: Warum gewinnt Ihr Team?
Neururer: Ich bin kein Prophet, aber davon überzeugt, dass wir gewinnen.
Luginger: Weil wir das bessere Spiel machen.

Autor: cb/tr

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